Duque kündigt »Pakt für die Jugend« an

Kolumbiens Präsident gibt nach Protesten nach / Studiengebühren für sozial Benachteiligte sollen zeitweise abgeschafft werden

  • Lesedauer: 2 Min.
Seit Ende April protestieren in Kolumbien Tausende gegen die Regierung. Die Sicherheitskräfte gehen hart vor
Seit Ende April protestieren in Kolumbien Tausende gegen die Regierung. Die Sicherheitskräfte gehen hart vor

Nach tagelangen Massenprotesten mit blutigen Ausschreitungen hat der kolumbianische Präsident Iván Duque soziale Zugeständnisse angekündigt. Man werde einen »Pakt für die Jugend« schaffen, Räume für einen Dialog mit jungen Leuten errichten und die Studiengebühren für sozial Benachteiligte zeitweise abschaffen, sagte der Staatschef am Dienstag (Ortszeit) in der Stadt Cali. Zugleich verurteilte Duque Gewalt und Straßenblockaden bei den Protesten. Er kündigte an, das Verhalten von Militär und Polizei bei den Demonstrationen werde untersucht. Nach Angaben der Tageszeitung »El Tiempo« wurden bislang 47 Menschen bei den Protesten getötet.

Zuvor hatte Duque sich zu einem Dialog mit dem nationalen Streikkomitee bereiterklärt. Daran sollen neben Gewerkschaftern, Studenten und Indigenen auch Vertreter der Vereinten Nationen und der Bischofskonferenz teilnehmen.

Lesen Sie auch: Die Wut ist viel größer als die Angst. Die Proteste in
Kolumbien gehen trotz erster Zugeständnisse weiter. Und: Unvereinbare Positionen in Bogotá. Martin Ling über die Verhandlungen mit der
Regierung Duque

Hunderttausende Kolumbianerinnen und Kolumbianer protestieren seit Ende April gegen die konservative Duque-Regierung. Auslöser war eine geplante Steuerreform, um die Kosten der Corona-Krise auszugleichen. Gewerkschaften und soziale Bewegungen sahen vor allem die Ärmeren durch die Steuerpläne belastet, die Wohlhabenden jedoch nicht. Duque hat das Vorhaben inzwischen zurückgenommen, doch die Proteste gingen weiter.

epd/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung