Basisnah

Irací Hassler wird Bürgermeisterin von Santiago de Chile

  • Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.

Irací Hassler: ein ungewöhnlicher Name für eine ungewöhnliche Frau. So heißt die künftige Bürgermeisterin von Santiago de Chile mit indigenen und schweizerischen Wurzeln. Sie sei es leid, immer wieder nach ihrem Vor- und Nachnamen gefragt zu werden, bekundete Irací Hassler in einem Interview mit »El Siglo«, der Wochenzeitung der Kommunistischen Partei Chiles (PC), der sie selbst angehört. Ihren Vornamen verdankt sie ihrer brasilianischen, indigenen Mutter, einer Tupí-Guaraní, ihren Nachnamen ihrem Vater mit Schweizer Wurzeln, der politisch rechts eingestellt ist, aber ihren Werdegang respektiert.

Irací heißt auf Tupí-Guaraní Bienenkönigin, für eine Bürgermeisterin passt das nicht schlecht. Dass Hassler den rechten Amtsinhaber Felipe Alessandri bei den Wahlen am vergangenen Wochenende besiegen konnte, ist eine Sensation. Eine junge Stadträtin, die noch bis 2018 der Kommunistischen Jugend angehörte, gewinnt gegen den Statthalter. Mit gut 3000 Stimmen Vorsprung, mit knapp 39 Prozent zu gut 35 Prozent der Stimmen. Erstmals überhaupt wird eine Kommunistin Bürgermeisterin von Santiago de Chile, auch kein Kommunist hat das je geschafft.

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Politisiert wurde Irací Hassler in der Studentenbewegung 2011, bei der eine andere Kommunistin, Camila Vallejo – inzwischen Parlamentsabgeordnete –, zum Gesicht der Bewegung wurde. Damals trat Hassler in »La Jota« ein, den Jugendverband der PC.
2016 kandierte Hassler für den Stadtrat in Santiago, obwohl sie die Stadt bis dato gar nicht kannte. Ihr Rezept schon damals: »Dejar los pies en la calle« – die Füße auf der Straße lassen, den Menschen begegnen, sich direkt mit ihnen über ihre Probleme zu verständigen. So kam sie in den Stadtrat und löst jetzt Felipe Alessandri ab. »Mehr oder weniger bis schlecht« kam sie mit ihm als Stadträtin aus. Jetzt sitzt Alessandri in der zweiten Reihe und Hassler übernimmt.

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