Endlich wieder Kino!

nd-Sommer-Filmclub im Hof am Franz-Mehring-Platz 1

  • Von Olaf Koppe
  • Lesedauer: 4 Min.

Es hat lange gedauert. Aber seit gut vier Wochen gibt es endlich wieder Kino in Berlin, wenn auch vorerst fast nur Open Air. Aber was heißt »nur«? Freiluftkino ist fast so schön, wie direkt im Kinosaal zu sitzen.

Und so ist von Dienstag bis Samstag jeder Woche, und das voraussichtlich bis Mitte September, wieder gemeinschaftliches Filmgucken beim Hofkino am Franz-Mehring-Platz 1 möglich, den Umweltauflagen gemäß unter Kopfhörern. Was der Freude am Film aber keinen Abbruch tut.

Das aktuelle Programm des Hofkinos können Sie im Internet unter www.hofkino.berlin verfolgen. Wir haben die Chance und unsere guten Kontakte zum Hofkino-Team genutzt und bereichern das Programm über den Sommer mit insgesamt sechs Veranstaltungen - drei Ausgaben unseres nd-Filmclubs, der in den letzten Monaten coronabedingt komplett ausfallen musste, und drei exklusiven Buchvorstellungen in Kooperation mit dem Bebra-Verlag. Unterstützt werden wir dabei neben dem Hofkino-Team natürlich auch vom Kino »Toni« und von der Defa-Stiftung, was uns im 75. Jubiläumsjahr der Defa-Gründung besonders freut.

Was erwartet Sie nun? Wir beginnen am 30. Juni mit einem nd-Filmclub in der bewährten Regie unseres langjährigen Partners Paul Werner Wagner und dem Defa-Farbfilm aus dem Jahr 1955 »Einmal ist keinmal«. Das ist nicht nur der erste Film, den Konrad Wolf für die Defa drehte, sondern auch der erste Film mit der bekannten Film- und Theaterschauspielerin Annemone Haase, die wir als Gesprächsgast begrüßen können.

Der nächste Filmclub folgt am 28. Juli mit Annekathrin Bürger als Gast und dem Defa-Film »He Du!«, 1969 von ihrem Mann Rolf Römer inszeniert, in dem sie die Hauptrolle spielte. Und wer, zumindest in einem Kurzauftritt, die großartige Etta Cameron noch einmal erleben möchte, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Im August kommt es Schlag auf Schlag: Am 11. August präsentieren wir das Buch »Die Kinder von der Fischerinsel«. Unser Redaktionsleiter Wolfgang Hübner hat dazu den Autor und bekannten Radio-Moderator Andreas Ulrich zu Gast. Dabei wird er nicht nur über seine Kindheit und Jugend auf der Fischerinsel reden, sondern auch über einen ganz besonderen Defa-Film, einen der letzten, die von der Defa vor ihrer Auflösung produziert wurden: »Das Mädchen aus dem Fahrstuhl« von Hermann Zschoche. Der Film läuft dann auch im Anschluss an das Gespräch.

Einen Tag später, also bereits am 12. August, werden Hans-Dieter Schütt und Berlins Kultursenator Klaus Lederer ihr Gespräch, diesmal vor Publikum, fortsetzen und dabei vor allem über den gemeinsamen Gesprächsband »Klaus Lederer. Die Sterne über Berlin« reden. Und wie ich das Hofkino-Team kenne, wird es in Ergänzung sicherlich einen aktuellen Berlin-Film zeigen.

Eine Woche später, am 18. August, folgt dann der nächste nd-Filmclub mit der Defa-Historienkomödie »Hauptmann Florian von der Mühle« von Werner W. Wallroth, 1968 in Orwo-Color gedreht und mit Manfred Krug und Regina Beyer in den Hauptrollen. Letztere ist bei Paul Werner Wagner zu Gast.

Unsere kleine Hofkino-Veranstaltungsreihe endet am 8. September mit einer weiteren Buchvorstellung: »Im Gespräch. Knut Elstermann befragt ostdeutsche Filmstars«. Dazu habe ich »Kino-King Knut« höchstselbst als Gesprächspartner vor Ort. Da zwei der von ihm in seinem Buch verewigten Künstler in dem Film eine besondere Rolle spielen - Frank Beyer als Regisseur und Erwin Geschonneck als Hauptdarsteller - haben wir dazu den Defa-Film von 1963 »Karbid und Sauerampfer« ausgewählt. Sicher ein ganz besonderes Vergnügen auch für diejenigen, die den Film irgendwann in ihrem Leben schon einmal gesehen haben.

Alle genauen Termine und Anfangszeiten können Sie der Randspalte links entnehmen, ebenso unseren einschlägigen Ankündigungen in der Zeitung oder der Online-Terminbörse auf unserem nd-aktuell-Internetportal und natürlich der Hofkino-Internetseite. Dort können Sie auch die Karten für die Veranstaltungen zum Preis von 7 Euro bzw. ermäßigt 5 Euro bestellen, die Ihnen dann per Mail zugesandt werden. Oder Sie schauen direkt am Franz-Mehring-Platz 1 vorbei. Dort ist das Café »Babett« montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, wo Sie ebenfalls Karten erwerben können. Außerdem gibt es für die ganz Vergesslichen noch Karten an der Abendkasse.

An dieser Stelle muss ich natürlich auf das Hygienekonzept hinweisen, das für Präsenzveranstaltungen am Franz-Mehring-Platz gilt: Es sind die drei großen G - Zutritt also nur für Getestete, Geimpfte und Genesene (entsprechende Nachweise sollten Sie dabei haben). Dadurch können wir nicht nur den Mindestabstand zwischen den Sitzplätzen verringern und entsprechend mehr Menschen einen Kinoabend ermöglichen, sondern brauchen auch kein Sommergewitter zu fürchten. Denn im Fall des Falles ziehen wir in den Münzenbergsaal um.

Summa summarum: Mit Publikum ist es doch am schönsten. Kommen Sie zahlreich!

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