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Covid-Paradoxie

Kurt Stenger über den steigenden Anteil Geimpfter in Kliniken

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.

In den Krankenhäusern lässt sich ein scheinbar paradoxes Phänomen beobachten: Jeder achte behandelte Covid-19-Patient war vollständig geimpft, sagen Intensivmediziner. Es dürfte sogar noch krasser sein: Unter den Corona-Toten wird ihr Anteil ebenfalls steigen, wie es in Großbritannien vor Monaten beobachtet wurde. Wirken die Impfstoffe also nicht oder nicht mehr?

Doch, das tun sie. Die Vakzine wirken sehr gut, je nach Produkt mit Unterschieden, aber sie wirken nicht perfekt. Impfdurchbrüche sind selten, aber es gibt sie, durch die gewieftere Delta-Variante sogar mehr. Und je höher die Impfquote steigt, umso höher wird der Anteil der doppelt Geimpften in den Kliniken sein. Dies ist ein statistischer Effekt und kein Grund zur Besorgnis, solange die Hospitalisierungszahlen niedrig bleiben.

Zweierlei folgt daraus für die Impfdebatte: Da es wieder die Risikogruppen - sehr alte oder immunsupprimierte Menschen - sind, die trotz zweiter Impfung schwer erkranken, gibt es für sie demnächst eine dritte Dosis. Für alle anderen gilt dies nicht. Umso mehr, als die Impfstoffe in den Ländern gebraucht werden, wo die Risikogruppen noch nicht einmal geimpft sind. Und schließlich gilt, was schon immer galt: Impfkampagnen sind sehr wichtig, reichen aber nicht aus, um das Virus in den Griff zu kriegen.

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