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Krankenhausstreik: 1200 Betten in Berliner Kliniken sollen gesperrt werden

Streiks beim Klinik-Konzern Vivantes und an der Charité werden ausgeweitet

  • Lesedauer: 3 Min.
Der Streik an den Berliner Krankenhäusern Charite und Vivantes wird ausgeweitet.
Der Streik an den Berliner Krankenhäusern Charite und Vivantes wird ausgeweitet.

Die Gewerkschaft Verdi will ihren Streik beim Klinik-Konzern Vivantes und an der Charité an diesem Dienstag weiter ausbauen. Es sei geplant, die Zahl der gesperrten Betten auf 1200 zu erhöhen, sagte Gewerkschaftssekretär Kristof Becker am Dienstagmorgen. Am Nachmittag um 16 Uhr ist laut Verdi eine Demonstration vom Bettenhaus der Charité zum Roten Rathaus geplant. Am Montag seien 900 Krankenhausbetten gesperrt gewesen, darunter 600 bei Vivantes und 300 bei der Charité.

Jeweils über 1000 Beschäftigte wollen täglich die Arbeit niederlegen, um für Entlastung und faire Bezahlung Druck zu machen, kündigte Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger an. Vivantes und Charité sind landeseigene Unternehmen. In den Kliniken gibt es insgesamt rund 8300 Betten.

Auch bei den Tochterunternehmen von Vivantes wird der Streik in dieser Woche fortgesetzt. Gewerkschafterin Jäger stellte klar, dass die Notfall- und Patientenversorgung durch den Streik nicht gefährdet werde. »Die Kolleginnen und Kollegen streiken sehr verantwortungsvoll – so, wie es von Krankenhausbeschäftigten zu erwarten ist.« Wo immer Notfälle oder auf den Stationen befindliche Patientinnen und Patienten nicht anders versorgt werden könnten, seien Streikende bereit, ihre Arbeit vorübergehend wiederaufzunehmen.

Die Verdi-Streikleitung sei in engem Kontakt mit den Teams vor Ort, strittige Fälle würden in der sogenannten Clearingstelle zwischen Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter*innen geklärt. »Das funktioniert gut und es gibt keinen Anlass, eine Gefährdung von Patientinnen und Patienten herbeizureden«, betont Jäger. Sie kritisiert, dass die Arbeitgeber die Verhandlungen sowohl über den Tarifvertrag Entlastung in den Kliniken als auch über die Einführung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) in den Vivantes-Tochtergesellschaften einseitig unterbrochen haben.

»Die Arbeitgeber hatten 120 Tage Zeit, konkrete Vorschläge zur Beilegung der Tarifkonflikte zu machen. Sie können von den Beschäftigten nicht erwarten, dass sie den Streik sofort unterbrechen, nur weil sie jetzt grundsätzlich verhandlungsbereit sind. Die Arbeitgeber sind am Zug. Wir sind jederzeit bereit, Verhandlungen zu führen und dabei sehr schnell zu Ergebnissen zu kommen. Voraussetzung dafür sind konkrete Angebote und Vorschläge zur Umsetzung, über die man auch tatsächlich konstruktiv verhandeln kann«, so Meike Jäger.

Die Gewerkschaft hatte am Freitag ein neues Tarifangebot von Vivantes zurückgewiesen. Am Donnerstag waren Mitarbeiter in den Kliniken von Vivantes und Charité in den unbefristeten Streik getreten. Sie setzten sich bei beiden Einrichtungen für einen Entlastungstarifvertrag ein. Bei den Vivantes-Töchtern geht es ebenfalls um bessere Arbeitsbedingungen sowie ums Geld. nd

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