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Check Your Privilege

Klimaaktivist*innen halten mit ihrem Hungerstreik der Gesellschaft den Spiegel vor

  • Von Martin Höfig
  • Lesedauer: 1 Min.
Der Aktivist Jakob, der an dem Hungerstreik teilnimmt, liest in einem Zelt eines Protestcamps im Regierungsviertel ein Buch mit dem Titel
Der Aktivist Jakob, der an dem Hungerstreik teilnimmt, liest in einem Zelt eines Protestcamps im Regierungsviertel ein Buch mit dem Titel "Ziviler Ungehorsam".

Hungerstreik in Deutschland! Direkt vor dem Reichstag! Und das von jungen Menschen aus unserer vermeintlichen Wohlstandsgesellschaft! Wegen des Klimas! Der Mob dreht durch: »Soll sich der Staat von solchen Rotznasen erpressen lassen? Von denen hat bestimmt noch keiner irgendwas Sinnvolles getan, geschweige denn in die Sozialkassen eingezahlt.« So oder ähnlich lauten die unzähligen Vorwürfe, die sich über die fünf verbliebenen Klimaaktivist*innen, welche sich seit mehr als drei Wochen im Hungerstreik befinden, in den so genannten sozialen Medien ergießen.

Der Hass ist kaum verwunderlich, durchbrechen diese jungen Menschen doch die gesellschaftliche Norm, dass Protest hierzulande, wenn er denn überhaupt mal als adäquat angesehen wird, dann nur symbolisch sein darf. Auf keinen Fall aber darf er wehtun.

Doch genau darum geht es, wenn einer der Aktivist*innen in ein ihm hingehaltenes Mikrofon sagt, seine Schmerzen seien nichts gegen die Millionen Opfer der Klimakrise und gegen das, was noch kommt. Undeutscher geht's kaum: So weit über den eigenen Tellerrand zu schauen und angesichts des durch den Klimawandel hervorgerufenen Elends in anderen Teilen der Welt die eigenen Privilegien so radikal einzureißen.

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