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Entlastung ist machbar

Der Vivantes-Konzern muss dem Beispiel der Charité folgen

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.
An der Charité kann der Streik beendet werden, bei Vivantes muss es weitergehen, bis sich der Konzern bewegt.
An der Charité kann der Streik beendet werden, bei Vivantes muss es weitergehen, bis sich der Konzern bewegt.

Natürlich kann ein Tarifkonflikt nur »hart« ausgetragen werden. Aber am Ende stehen nach einem Verhandlungsmarathon alle Beteiligten nebeneinander und sagen: »Es ist ein Meilenstein«. Nicht einmal die Frage »Wer soll das alles bezahlen?« blieb unbeantwortet. Das Pflegepersonalstärkungsgesetz des Bundes hält nämlich die finanziellen Möglichkeiten vor, die die Charité für die geplante Personalaufstockung voll ausschöpfen kann, um neue Mitarbeiter*innen einzustellen. Auch vier neue Lehrstationen werden eingerichtet, in denen die Auszubildenden des Krankenhausunternehmens zukünftig sogar disziplinübergreifend lernen können. Und sogar der Ausgleich bei belasteten Diensten ist geregelt worden.

Es bleibt am Ende eine einfache Sache: Wenn die Arbeitsbedingungen nicht gut sind, wird es auch nicht gelingen, das massiv fehlende Personal aufzustocken, und es wird auch nicht gelingen, die Beschäftigten, die noch da sind, zum Bleiben zu bewegen. Denn wer will in einem Krankenhaus arbeiten, in dem zwar beteuert wird, dass man alles zum Wohle der Patient*innen möglich mache, aber am Ende der Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf der Strecke bleibt? Und wer will in einer Klinik den Beruf erlernen, in dem es keine ausreichenden Kapazitäten gibt, um junge Menschen für die Pflege auch gut auszubilden, geschweige denn, sie dafür zu begeistern? Das hat die Charité nun eingesehen und außerdem erneut bewiesen, dass es möglich ist, sich in einem Tarifkonflikt grundlegend zu bewegen.

Jetzt muss Vivantes, der zweite landeseigene Klinikkonzern, nachziehen. Das Unternehmen hat zuletzt alles getan, um seine Beschäftigten im Mutterkonzern wie in den Tochterbetrieben zu verprellen. Diese haben konkrete Vorschläge unterbreitet, so wie die Arbeitskämpfer*innen an der Charité auch, wie ihre Situation zu verbessern wäre. Dass ihre Forderungen keine Illusion darstellen, zeigt die neueste Entwicklung. Entlastung ist machbar, diese Nachricht muss ankommen.

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