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Medienmogul auf Abwegen

Der Zeitungsverleger Dirk Ippen manövriert sich in den Springer-Sog

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 2 Min.

Wenn eine Affäre zur Medienaffäre wird, dann bleibt es plötzlich nicht mehr allein bei den direkt beteiligten Menschen. Zu spüren bekommt das aktuell der Zeitungsverleger Dirk Ippen, der sich durch eine verlegerische Einflussnahme selbst in das Licht der Öffentlichkeit gerückt hat. Dabei hätte dem 81-Jährigen, der die fünftgrößte Zeitungsgruppe in Deutschland besitzt, die Affäre rund um Julian Reichelt im Hause Springer eigentlich ganz recht sein können, denn seine Investigativ-Redaktion grub tief und fand Berichtenswertes. Ein Coup, der Reichweite verspricht. Stattdessen aber manövrierte Ippen sich selbst ins Abseits.

Aus der von Ippen erworbenen »Buzzfeed«-Redaktion , die erst kürzlich zum Teil des »Ippen Investigativ«-Auftritts wurde, hatte es Alarmmeldungen über ein Eingreifen des Verlegers gegeben, der die Veröffentlichungen einer Recherche unterbunden hatte. Ein möglicher Machtmissbrauch gegenüber Frauen im Springer-Verlag, der dem Bild-Chefredakteur Julian Reichelt bereits im Frühjahr 2021 angelastet wurde, zieht nach einem Bericht der »New York Times« nun weite Kreise. Die Journalistin Juliane Löffler hatte mit drei weiteren Angehörigen des Investigativ-Teams recherchiert, das sich der Springer-Konzern in Person des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner auch nach den Vorwürfen gegen Reichelt weiterhin schützend vor den Bild-Co-Chefredakteur stellt. Er habe mächtige Feinde, so Döpfner in einem Schreiben, sei der einzige, tapfere Rebell, der sich gegen den neuen DDR-gleichen Staat zur Wehr setze, sinnierte Döpfner.

Ippen begründete den Eingriff damit, dass ein Interessenkonflikt mit dem Wettbewerber vermieden werden solle. Die Journalist*innenvereinigung »Netzwerk Recherche« forderte Ippen auf, seine Entscheidung zu revidieren und seinen Fehler einzugestehen.

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