• Berlin
  • Neue Eindämmungsverordnung

2G plus und Ausschluss für Ungeimpfte

Um das Infektionsgeschehen in Berlin unter Kontrolle zu bekommen, verschärft der Senat seine Verordnung

  • Martin Kröger
  • Lesedauer: 3 Min.

Angesichts des exponentiellen Wachstums der Infektionszahlen mit dem Coronavirus verschärft der Berliner Senat seine Eindämmungsmaßnahmen. Kernelement der neuen Verordnung, die im Großen und Ganzen ab dem kommenden Samstag gilt, ist die Ausweitung der 2G-Regel. Demnach besteht zukünftig »bei der 2G-Bedingung Maskenpflicht«. Für Geimpfte und Genese heißt das beispielsweise beim Shopping, Essen gehen oder dem Stadionbesuch: »Im Regelfall muss auch unter 2G-Bedingungen eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden«, erklärte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) auf der Senatspressekonferenz im Anschluss an die Senatssitzung im Roten Rathaus. Das »Plus« beim 2G bezieht sich also auf die Masken. Der Hintergrund für diese Maßnahme ist, dass eben auch Geimpfte und Genese die Infektion zurzeit weiterverbreiten.

In den Clubs und Tanzlokalitäten wiederum sind solche Masken nicht praktikabel, deshalb ist der Zutritt zu ihnen ab Samstag nur nach Vorlage eines negativen Coronatests möglich. In den Clubs wird die Kapazitätsgrenze darüber hinaus auf 50 Prozent abgesenkt. Deutlich reduziert wird in Berlin auch der Zugang zu Großveranstaltungen. Zu Spielen der Fußballbundesliga beispielsweise dürfen künftig 5000 Menschen plus die Hälfte der Höchstkapazität kommen. Im Olympiastadion wären das unter 2G-plus-Bedingungen 42 000 Zuschauer, in der Alten Försterei in Köpenick 16 000. Beim Derby zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC am vergangenen Samstag war die Alte Försterei noch mit 22 000 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauft.

Deutlich schwieriger wird das alltägliche Leben mit der Einführung der neuen Regelungen für Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. Zwar wird ihnen der Zugang zu Einkaufszentren und Malls nicht generell verwehrt, aber in den einzelnen Geschäften wird ebenfalls die 2G-plus-Regel gelten. Ausgenommen ist lediglich der Zugang zu Lebensmitteln und anderen Dingen der Grundversorgung.

»Wir setzen ein Zeichen in der Stadt, dass die Situation wieder schwierig ist«, erklärte Gesundheitsstaatssekretär Matz. Die neuen Maßnahmen seien notwendig, um die medizinische Notfallversorgung auch in Zukunft weiter gewährleisten zu können. Bereits jetzt würden in den Krankenhäusern alle planbaren Operationen verschoben, um Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, versorgen zu können. Mit den Krankenhäusern und der Feuerwehr befinde man sich in einem »engen Austausch«, so Matz.

Einen Hoffnungsschimmer bieten aktuell die neuesten Zahlen zu den Impfungen: Bei den Auffrischungsimpfungen etwa wurde die Anzahl versechsfacht, statt 2500 werden zurzeit bis zu 20 000 Booster-Impfungen täglich in Berlin verimpft. Erfreulich ist auch die Zahl der Erstimpfungen, die auf nun täglich 3000 verdoppelt werden konnte, nachdem es hier zeitweise kaum noch Zuwächse gab. Um die Impfmöglichkeiten weiter zu steigern, soll unter anderem am kommenden Wochenende eine neue Impfstelle im Ringcenter an der Frankfurter Allee eröffnet werden, bis zu 1000 Impfdosen sollen hier am Tag verimpft werden können. Auch in den Impfzentren Tegel und an der Messe werden die Kapazitäten erhöht, im letztgenannten Zentrum hilft inzwischen wieder die Bundeswehr mit 50 Soldatinnen und Soldaten aus.

Was die Regelungen an den Berliner Arbeitsplätzen angeht, verweist der Senat auf den Bund. Dort gelten genau wie im Öffentlichen Personennahverkehr die sogenannten 3G-Regeln - Zutritt haben also nur Geimpfte, Genesene oder Getestete.

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal