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Hoëcker zeigt sich in der Pandemie solidarisch

Komiker unterstützt nach Tourabsage Schleswiger Kulturhaus

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.
Komiker Bernhard Hoëcker (l.) zusammen mit seinem Kollegen Wigald Boning (r.)
Komiker Bernhard Hoëcker (l.) zusammen mit seinem Kollegen Wigald Boning (r.)

Kulturschaffende gehören zu den großen Verlierer*innen dieser Pandemie, in der vierten Welle stehen sie noch dazu vor einem Dilemma: Weil die Corona-Verordnungen der Länder Konzerte, Lesungen und Theater erlauben, bleibt jegliches wirtschaftliches Risiko an den Künstler*innen und lokalen Veranstalter*innen hängen. Überbrückungshilfen? Finanzielle Unterstützung bei Absagen? Alles nicht vorgesehen - theoretisch können Auftritte schließlich stattfinden.

Der Komiker Bernhard Hoëcker gehört zu jener Minderheit aus der Unterhaltungsbranche, die Tourabsagen finanziell verkraften können. Auftritte vor Publikum sind nur eines seiner Standbeine in einer mehr als 20-jährigen Karriere - die meisten Menschen dürften ihn als notorischen Besserwisser aus der ARD-Quizsendung »Wer weiß denn sowas?« kennen.

Doch auch Hoëcker trifft die Pandemie. Nun sagte der Comedian alle Tourtermine für Dezember und Januar ab. »Ich halte es in der derzeitigen Situation nicht für passend, so viele Menschen auf einem Haufen zu versammeln«, so der 51-Jährige auf seiner Facebookseite. Seine Erklärung ist auch eine Abrechnung mit der Pandemiepolitik. »Die offiziellen Regeln hängen seit Sommer den wissenschaftlichen Empfehlungen hinterher«, kritisiert er.

Während es für die meisten Auftritte neue Termine im nächsten Jahr gibt, ist dies für eine Spielstätte ganz im Norden der Republik nicht möglich. Das Kulturhaus »Heimat« in Schleswig schließt 2022 zur Renovierung für längere Zeit. Weil dies für die Betreiber*innen ohnehin eine hohe finanzielle Belastung darstellt, hatte Hoëcker eine Idee: »Die Karten könnt ihr zurückgeben. Der Veranstalter kümmert sich um die Abwicklung und wird von mir mehr als entschädigt. Ich hab quasi alle Eure Karten aufgekauft.«

An jene, die das Rückgeld nicht brauchen, hat er eine Bitte: »Investiert Euer Geld in eine junge, aufstrebende Künstlerin, die kann es gebrauchen.«

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