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Ignorierte Gefahr am Bau

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist auf Rekordniveau

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.
Arbeiten am Bau kann noch immer lebensgefährlich sein.
Arbeiten am Bau kann noch immer lebensgefährlich sein.

Ein trauriger Rekord, und kaum jemand hat es bemerkt: Vergangenes Jahr gab es so viele tödliche Arbeitsunfälle wie nie auf deutschen Baustellen, und 2021 – Stand: September – sind wir auf ähnlichem Niveau. Während viel über den Infektionsschutz wegen Corona diskutiert und einiges per Verordnung geregelt wurde, werden andere Gefahren ausgeblendet.

Das Risiko von Covid-Infektionen ist beim Job im Freien gering. Am Bau gibt es andere Gefahren: das Arbeiten in schwindelerregender Höhe, einstürzende Gerüste und herabfallende Gegenstände. Das Berufsrisiko kann erheblich minimiert werden, wenn man Arbeitsschutz großschreibt. Das aber scheint immer weniger der Fall zu sein. Die Weitervergabe von Aufträgen an Sub- und Sub-Sub-Firmen spart nicht nur Kosten, sondern fördert auch kollektive Verantwortungslosigkeit und Leichtsinn. Es sind vor allem Kleinstbetriebe, bei denen sich tödliche Unfälle ereignen. Auch verlieren staatliche Kontrolleure den Überblick, zumal es von diesen nicht einmal halb so viele gibt, wie es gemäß UN-Empfehlungen sein müssten.

Insgesamt nimmt die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle hierzulande ab, da es weniger Industriejobs gibt und mehr Büroarbeit. Der Bau sticht daher wirklich heraus – Zeit für die Politik, das zur Kenntnis zu nehmen.

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