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Lindners neoliberale Träume von Griechenland

Wenn der FDP-Chef und Leider-Bundesfinanzminister an Athen denkt, dann denkt er vermutlich an Sozialabbau

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.
Möchte man eigentlich wissen, was Christian Lindner sich alles so heimlich erträumt? Oder lieber nicht?
Möchte man eigentlich wissen, was Christian Lindner sich alles so heimlich erträumt? Oder lieber nicht?

Glaubt man Christian Lindner, so kann Griechenland durchaus ein Vorbild für Deutschland sein. Der FDP-Chef und Leider-Bald-Bundesfinanzminister lobte am Dienstag nämlich die »beeindruckende Reformpolitik« des einstigen Krisenlandes. Angesichts solcher Aussagen muss man jedoch hoffen, dass Lindner nicht durchsetzen kann, was er sich an sozial- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen in seinen neoliberalen Träumen ausdenkt.

Denn die von der internationalen Gläubiger-Troika aufgebrummten Austeritätsmaßnahmen stürzten das Land am Mittelmeer in eine massive soziale und ökonomische Krise. Kein anderes Land litt so sehr unter der Eurokrise. Renten, Mindestlohn und Sozialleistungen wurden gekürzt, der Kündigungsschutz gelockert und Staatsbedienstete mitten in der Rezession auf die Straße gesetzt. Selbst der Internationale Währungsfonds gab zu, die schädlichen Auswirkungen dieser Austeritätspolitik unterschätzt zu haben.

Zur Geschichte gehört aber auch, dass die Maßnahmen letztlich zu einer von der Linkspartei Syriza geführten Regierung führten. Wenn Lindner also Hellas als Vorbild nehmen will, dann bereitet er damit vielleicht unabsichtlich einer Bundesregierung unter Linke-Beteiligung den Weg. Nur dass es dann vermutlich niemanden gibt, der die Rolle der Gläubiger-Troika spielt.

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