Schwarze Karrierepolizistin

Keechant Sewell leitet in Zukunft die New Yorker Polizeibehörde NYPD

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.
Keechant Sewell: Schwarze Karrierepolizistin

Das Sprachrohr des rechten Kulturkampfes in den USA stellt Keechant Sewell in die Nähe linker Revolutionärinnen, zumindest indirekt. In einem ganzen Artikel skandalisiert Fox News, dass die neue Chefin der New Yorker Polizei vor einem Wandbild vorgestellt wurde, das auch die linken Revolutionärinnen Angela Davis und Assata Shakur zeigt. Doch mit den beiden hat der neue Top-Cop nur gemeinsam, dass sie eine schwarze Frau ist.

Am Donnerstag stellte der neue New Yorker Bürgermeister Eric Adams seine Wahl für die Führung einer Polizeibehörde vor, die mit ihren 52 000 Angestellten personell und budgetmäßig besser aufgestellt ist als manche Staaten – er tat es in einer Sozialbausiedlung im Bezirk Queens, in dem die neue Polizeichefin aufgewachsen ist.

Sewell ist eine fleißige Karrierepolizistin, Kolleg*innen beschreiben sie als hart, aber fair. Sie hat sich 22 Jahre lang in der Polizei von Nassau County im an Queens angrenzenden Long Island hochgearbeitet. Die 49-Jährige hat in einer Anti-Drogen-Einheit gedient und auch in der behördeninternen Kontrollstelle Internal Affairs, zuletzt stand sie als Chief of Detectives rund 350 Polizist*innen vor. Sie wolle Polizeireform verbinden mit entschlossener Verbrechensbekämpfung, in Zukunft soll stärker mit Community-Organisationen zusammengearbeitet werden.

Bei ihrer Vorstellung erzählte Adams auch, warum er sich für Sewell entschieden habe: Sie habe »emotionale Intelligenz«. Im Bewerbungsprozess habe sie bei einer Testfrage zu ihrem Vorgehen in der Medienarbeit nicht zuerst mit technischen Details geantwortet, sondern zunächst den Verlust für die Angehörigen nach vorne gestellt und anerkannt. Es ging um einen angesichts der weit verbreiteten rassistischen Polizeigewalt nur wenig hypothetischen Fall »weißer Polizist erschießt unbewaffneten Schwarzen«. »Ich bringe einfach eine andere Perspektive ein«, erklärte Sewell bei ihrer Vorstellung.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal