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Einpeitscher sind überflüssig

Ulrike Henning ist gegen die Verschärfung der Impfdebatte

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.

Steigt ihr aus der Solidarität aus, können wir das auch: Die Tonlage in der Debatte um das Impfen wird schärfer. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek würde in diesem Kräftemessen mit Ungeimpften nun gern deren Krankenkassenbeiträge erhöhen, sie im Fall einer Covid-19-Erkrankung an den Behandlungskosten beteiligen und ihnen das Krankengeld streichen. Im Auge hat der CSU-Politiker notorische Impfgegner. Deren teils hasserfüllte, teils nervige Polemik hat auch schon andere Akteure angesteckt, insbesondere von Ärzten und ihren Interessenvertretungen kommen ähnliche Wünsche. Das geht bis zu dem Traum, dass die absichtlich Ungeimpften mit ihrer Infektion gar nicht mehr im Krankenhaus aufgenommen werden sollten.

Wer diese Debatte länger beobachtet, weiß jedoch, dass eine solche Eskalation gar nichts bringt. Gegner des Impfens sehen sich dadurch eher noch bestärkt in ihrer Opferrolle. Bis zum letzten Atemzug, so wird aus Kliniken berichtet, leugnen sie den Sinn jeder Impfprophylaxe. Verbale Kraftmeierei à la Holetschek hat bei dem Thema nichts zu suchen, auch wenn der Nachrichtenmangel zu den Feiertagen dazu verführen könnte. Sachorientierte, vorausschauende Pandemiepolitik geht anders.

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