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Der Teufel steckt im Detail

Warum ein Homeoffice-Recht, wie es die Ampel plant, Betriebsräte und Arbeitsgerichte reichlich beschäftigen wird

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.
Homeoffice wurde durch die Pandemie in vielen Betrieben zur Regel. Nun sollen die Beschäftigten ein Recht darauf bekommen.
Homeoffice wurde durch die Pandemie in vielen Betrieben zur Regel. Nun sollen die Beschäftigten ein Recht darauf bekommen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist der Sozialdemokrat, der am meisten arbeiten muss, will die SPD ihre zentralen Wahlversprechen in der Ampel-Koalition umsetzen. Nun stellt Heil ein Recht auf Homeoffice in Aussicht. Das ist zwar ein Fortschritt, weil bisher nur ein Erörterungsrecht für die Angestellten besteht, doch steckt der Teufel bekanntlich im Detail.

Die Einführung eines Homeoffice-Rechts dürfte auf keinen Widerstand in der Koalition stoßen. Schließlich ist es bereits im Koalitionsvertrag abgemacht und auch die FDP macht damit Werbung, weil auch ein Großteil ihrer Klientel vermutlich zu den Nutznießern gehören wird.

Die Ampel will jedoch Homeoffice von der bereits bestehenden Möglichkeit der Telearbeit abgrenzen. Dies lässt aufhorchen, da Arbeitgeber im Rahmen der Telearbeit auch dafür verantwortlich sind, dass die Beschäftigten zu Hause einen Arbeitsplatz haben, der dem Gesundheitsschutz entspricht. Auch will die Ampel das Recht ganz grundsätzlich einschränken. Es soll nur gelten, wenn keine »betrieblichen Gründe« dagegen sprechen. Doch das ist ein weiter Begriff.

So sehr ein Homeoffice-Recht also bereits abgemachte Sache ist, so sehr steht fest, dass dessen Umsetzung im Detail Betriebsräte und Arbeitsgerichte reichlich beschäftigen wird.

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