Organisiertes Improvisieren

Die Betreuung von geflüchteten Kindern aus der Ukraine wird eine Herausforderung sein

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 1 Min.
Ein kleines Mädchen spielt neben einer Gruppe Geflüchteter aus der Ukraine und einer Seniorin im Rollstuhl auf dem Leipziger Hauptbahnhof.
Ein kleines Mädchen spielt neben einer Gruppe Geflüchteter aus der Ukraine und einer Seniorin im Rollstuhl auf dem Leipziger Hauptbahnhof.

Eine Betreuungsstruktur, die auf Kante genäht ist, wird die derzeitige Situation nicht auffangen können. Nur wenige ukrainische Kinder werden wohl in absehbarer Zeit reguläre Kindergärten besuchen. Schon jetzt fehlen nämlich bundesweit Tausende Plätze, weil der Bedarf an Betreuung in den vergangenen Jahren gewachsen ist; es fehlt zudem an Fachkräften, und die Gruppen in vielen Einrichtungen sind unvorteilhaft groß – was vor allem daran liegt, dass in den vergangenen Jahren viel zu wenig investiert wurde. Das euphemistisch anmutende »Gute-Kita-Gesetz« war leider unzureichend. Nicht zuletzt deshalb, weil es die Beitragsfreiheit mit dem Ausbau der Qualität in den Einrichtungen miteinander in Konkurrenz gesetzt hat.

In diese angespannte Situation kommen jetzt viele Kinder aus der Ukraine an. Ihre Familien sind zerrissen, viele von ihnen haben Schreckliches erlebt; sie können die Sprache nicht, und es ist unklar, wie lange sie bleiben. Die Geflüchteten benötigen eine adäquate Unterstützung, das ist klar. Niedrigschwellige Angebote wie Betreuungscafés oder Mutter-Kind-Gruppen wären sinnvoll. Zudem sollten Sozialarbeiterinnen individuell und schnell bei auftretenden Problemen helfen. Schließlich brauchen die ukrainischen Familien mehr als einen Betreuungsplatz, um anzukommen.

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