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Ehrenmal im Treptower Park geschändet

Unbekannte Täter besprühen Denkmal für gefallene Rot-Armist*innen mit Bezug zum Ukraine-Krieg

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.
Ukraine-Krieg: Ehrenmal im Treptower Park geschändet

Berlin. Das im Treptower Park gelegene Sowjetische Ehrenmal wurde vermutlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit zahlreichen Slogans und Farbschmierereien geschändet. Der Bezug auf den Ukraine-Krieg ist offenkundig. So wurden auf eine Stelle »Putin = Stalin« gesprüht und an anderer Stelle die mutmaßlichen Kriegsverbrechen im Kiewer Vorort Butscha thematisiert. Die unbekannten Täter fordern unter anderem den »Tod aller Russen« (»Death to all Russians«).

Das Sowjetische Ehrenmal ist eine von vier Ehrenmal-Anlagen in Berlin und ein 1949 fertiggestelltes weitläufiges Ensemble im Treptower Park. Es ist Gedenkstätte und Friedhof für über 7000 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldat*innen der Roten Armee. Die zum Monument gehörende Statue ist mit Hügel und Sockel insgesamt 30 Meter hoch.

»Dieser Vorfall ist ein gefährliches Beispiel für die geschichtsverfälschenden Narrative, die spätestens seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Umlauf sind«, erklärt am Donnerstagnachmittag die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). »Dieser Krieg darf nicht missbraucht werden, um die Erinnerung an die sowjetischen Soldat*innen und das große Opfer, das sie gebracht haben, zu verunglimpfen«, sagt Cornelia Kerth, Vorsitzende der VVN-BdA. »Wir dürfen nicht vergessen, dass die Sowjetunion von Nazideutschland überfallen wurde und im Verlauf des Krieges über 25 Millionen Opfer zu beklagen hatte; ein erheblicher Teil von ihnen stammte übrigens aus der Ukraine. Die Russische Föderation ist nicht die Sowjetunion«, so Kerth weiter. Man verurteile den aktuellen Krieg und die Gräueltaten gegen die ukrainische Zivilbevölkerung aufs Schärfste und fordere seit dessen Beginn den Rückzug russischer Truppen aus dem ukrainischen Staatsgebiet. »Für diesen Krieg sind aber nicht die sowjetischen Soldat*innen verantwortlich, welche gegen den deutschen Faschismus gekämpft und ihn, zusammen mit den anderen alliierten Mächten, besiegt haben.«

Das Gedenken an die sowjetischen Opfer und die Würdigung ihres Anteils an der Befreiung vom Faschismus dürfe nicht dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zum Opfer fallen.

Auf den sowjetischen Gedenkstätten in Berlin liegen nebeneinander Soldat*innen aus heute 15 Nationen begraben, darunter Menschen aus der Ukraine und Russland.

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