Werbung

Queere Stimme in Schleswig-Holstein

Grünen-Politikerin Anna Langsch zieht per Direktmandat in den Landtag ein

  • Von Birthe Berghöfer
  • Lesedauer: 3 Min.
Anna Langsch: Queere Stimme in Schleswig-Holstein

Dis­kri­mi­nie­rungs­frei­heit, sozia­le Gerech­tig­keit und eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft: Die­se The­men dürf­te Anna Langsch in den kom­men­den fünf Jah­ren in den schles­wig-hol­stei­ni­schen Land­tag brin­gen. Jeden­falls sind es die Haupt­an­lie­gen der Grü­nen-Poli­ti­ke­rin, die am Sonn­tag das Direkt­man­dat im Wahl­kreis Kiel-West hol­te. Mit 31,8 Pro­zent setz­te sie sich unter ande­rem gegen Innen­staats­se­kre­tä­rin Kris­ti­na Herbst von der CDU durch.

»Ins­be­son­de­re Rech­te von LSBTIQ* Men­schen, deren Gleich­be­rech­ti­gung und Akzep­tanz lie­gen mir am Her­zen«, heißt es auf der Web­sei­te der Kie­ler Grü­nen, deren Co-Spre­che­rin Langsch ist. Dabei dürf­te das poli­ti­sche Anlie­gen, sich um die Inter­es­sen von quee­ren, homo- und bise­xu­el­len, trans- und inter­ge­schlecht­li­chen Men­schen zu küm­mern, auch ein per­sön­li­ches sein. Als trans Frau weiß Langsch, wie aus­ge­schlos­sen sich Per­so­nen füh­len kön­nen, die nicht der gesell­schaft­li­chen Norm ent­spre­chen. »Mein Trans*Sein ist mit Sicher­heit nicht die span­nends­te mei­ner Eigen­schaf­ten, sie hat aller­dings mei­ne Bio­gra­fie, mein Erle­ben der gesell­schaft­li­chen Rea­li­tät und auch mein poli­ti­sches Han­deln grund­le­gend geprägt«, so die 39-Jäh­ri­ge. »Das Erle­ben eige­ner Armut, Brü­che im Lebens­lauf und Erfah­run­gen des Aus­schlus­ses und der Nicht-Zuge­hö­rig­keit sind Teil von mir und mei­ner Biografie.«

Auch beruf­lich hat Langsch schon län­ger mit der quee­ren Com­mu­ni­ty zu tun. Seit 2016 arbei­tet sie beim Ver­ein HAKI, der Auf­klä­rungs- und Bil­dungs­ar­beit leis­tet und nied­rig­schwel­li­ge Selbst­hil­fe- und Frei­zeit­an­ge­bo­te für Aus­tausch und Begeg­nung anbie­tet. Sie ken­ne daher »die Stär­ken und Ent­wick­lungs­po­ten­tia­le der LSBTIQ* Struk­tu­ren im Land«, so Langsch.

Die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin kennt sich also aus und will der Grü­nen-Frak­ti­on eine »quee­re Stim­me« geben. Glück­wün­sche bekam sie unter ande­rem von Par­tei­kol­le­gin Nyke Sla­wik. Sie ist zusam­men mit Tes­sa Gan­se­rer die ers­te trans Abge­ord­ne­te im Bun­des­tag und bezeich­ne­te Langschs Erfolg auf Twit­ter als »auf so vie­len Ebe­nen his­to­risch« und »eine der schöns­ten Nach­rich­ten die­ses Wahlabends«.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung