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Patrick Volknant darüber, was Berlin und seinen neuen Einwohnern aus der Ukraine in den nächsten Monaten bevorsteht

  • Von Patrick Volknant
  • Lesedauer: 3 Min.
Wird auch in den nächsten Monaten einiges zu tun bekommen: Sozialsenatorin Katja Kipping (Die Linke)
Wird auch in den nächsten Monaten einiges zu tun bekommen: Sozialsenatorin Katja Kipping (Die Linke)

Die Zah­len sind, das lässt sich nicht anders sagen, beein­dru­ckend: Nach Anga­ben der Regie­ren­den Bür­ger­meis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) zählt das Land Ber­lin bis­lang über 234 000 Ankünf­te und mehr als 54 000 Regis­trie­run­gen von Geflüch­te­ten aus der Ukrai­ne. Nicht doku­men­tier­te Ankünf­te logi­scher­wei­se nicht mit­ein­ge­rech­net. Nach wie vor führt der Weg etli­cher Ukrai­ne­rin­nen und Ukrai­ner über die deut­sche Haupt­stadt – und die hat, wie wir bei allem Geme­cker über die­se Stadt zuge­ben müs­sen, doch eini­ges zu bie­ten. Rum­ge­spro­chen hat sich das alle­mal. Der Ruf, den Ber­lin im Aus­land genießt, ist kein schlechter.

Hel­fe­rin­nen und Hel­fer, die sich täg­lich für die Men­schen aus der Ukrai­ne ein­set­zen und dabei Freund­schaf­ten auf­bau­en, wol­len für die Geflüch­te­ten nur das Bes­te. Was 2015 bei Ankom­men­den aus Syri­en und Afgha­ni­stan undenk­bar schien, soll nun für die neu­en Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger aus Ost­eu­ro­pa mög­lich gemacht wer­den: die Wahl des eige­nen Wohn­orts. Die Zivil­ge­sell­schaft ist bereit, hier­für zu kämp­fen und nutzt alle ihr gege­be­nen Mög­lich­kei­ten, um die neu­en Freun­din­nen und Freun­de in der Haupt­stadt unter­zu­brin­gen, ihnen also das Bes­te zu bieten.

Bei all­dem hat Ber­lins Sozi­al­se­na­to­rin Kat­ja Kip­ping (Lin­ke) aber recht, wenn sie immer wie­der appel­liert, die Geflüch­te­ten zu regis­trie­ren, und auf den König­stei­ner Schlüs­sel als legi­ti­men Maß­stab ver­weist. Denn wie groß die Her­aus­for­de­rung für Ber­lin tat­säch­lich ist, wird sich in den kom­men­den Wochen und Mona­ten noch deut­li­cher zei­gen als bis­her. Vor­bo­ten sind nicht nur das offen­sicht­lich über­las­te­te Sozi­al­amt in Fried­richs­hain-Kreuz­berg oder die bevor­ste­hen­den Pro­ble­me in Sachen bun­des­recht­lich gül­ti­ger Regis­trie­rung. Auch die Situa­ti­on an den Ber­li­ner Schu­len spricht eine deut­li­che Spra­che: Allein in der ver­gan­ge­nen Woche stieg dort die Zahl der ukrai­ni­schen Kin­der um 429 auf 3021. Die Geflüch­te­ten zu Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­nern zu machen – damit wird gera­de erst begonnen.

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