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Realitätsverweigerung

Lisa Ecke zur Bafög-Reform

Der Bafög-Satz für Studierende wird von 427 auf 452 Euro im Monat angehoben. Wer nicht mehr bei den Eltern lebt, kann außerdem 360 statt bisher 325 Euro für die Miete bekommen.
Der Bafög-Satz für Studierende wird von 427 auf 452 Euro im Monat angehoben. Wer nicht mehr bei den Eltern lebt, kann außerdem 360 statt bisher 325 Euro für die Miete bekommen.

Eine realistische Wohnungsmiete liegt bei 360 Euro – zumindest meint das die Ampel-Koalition. Soviel ist jedenfalls künftig durch die »Bafög-Reform« höchstens für die Miete vorgesehen. Besser als die bisher vorgesehen 325 Euro, klar. Doch auch 360 Euro reichen in den meisten Uni-Städten nicht einmal für ein kleines WG-Zimmer. Studieren muss man sich weiterhin leisten können. Auch die Lebensrealität vieler Azubis, die ein so mickriges Ausbildungsgehalt bekommen, dass sie dieses mit Bafög aufstocken müssen, wird schlicht ignoriert. 

Immerhin wurde das Höchstalter für den Bafög-Bezug angehoben. Auch die Anhebung des Schonvermögens auf 15 000 Euro für unter 30-Jährige ist richtig. Vergleicht man das mit dem viel geringeren Schonvermögen für junge Hartz-IV-Beziehende, zeigt sich jedoch, wie willkürlich so etwas festgelegt wird. Auch an dem Zwang zur Verschuldung und zur Regelstudienzeit ändert sich für junge Menschen nichts. Insgesamt bleibt trotz »Reform« alles beim Alten. Vor allem dass der Bafög-Satz geringer steigt als die Lebenserhaltungskosten, ist fatal. Armut und Bildungsungerechtigkeit werden künftig also sogar verschärft. 

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