Salomé Balthus: Hure mit Haltung

Klara Johanna Lakomy äußert sich auf besondere Weise zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau.

  • Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.
Salomé Balthus
Salomé Balthus

Ihr Auftreten hat eine gewisse Faszination, ihre Texte sind meist klug geschrieben: Die Edel-Hure Hanna Lakomy ist eine Wortführerin im Kampf um mehr Rechte für Prostituierte. Doch die als Salomé Balthus bekannte Gründerin der Agentur Hetaera äußert sich auch zur alltäglichen Politik. Aktuell macht dieser Tweet von ihr die Runde: »Grüße an die Mitglieder der #G7 Delegierten, die im Hotel Bayerischer Hof in München absteigen… im Bett von Zimmer 37 vögelte noch vor wenigen Stunden das Luxus-Escort Salomé Balthus…« In ihrer aktuellen Kolumne in der »Berliner Zeitung« beschreibt sie ein Gespräch über Waffen, Krieg und Frieden mit einem Freier, der in irgendeiner Weise mit Bundeswehr oder Nato zu tun zu haben scheint. Den Namen nennt sie aus Diskretion natürlich nicht. Balthus weiß: Geld stinkt nicht – auch nicht, wenn irgendein Kriegsprofiteur es auf den Tisch legt.

Engagiert streitet die Tochter der Schriftstellerin Monika Erhardt und des Sängers Reinhard Lakomy, die zusammen den »Traumzauberbaum« schrieben, für ihre Positionen. Sie geht bewusst an die Öffentlichkeit, um ihre Branche von einem nach wie vor omnipräsenten Opfer-Stigma zu befreien, um die Abschaffung der Registrierungspflicht von Prostituierten zu fordern oder ihren Kollegen und Kolleginnen das Schamgefühl zu nehmen, in diesem Beruf tätig zu sein. Dabei hat sie sich bereits mehrere blaue Augen abgeholt. K.o. ging sie noch nicht.

Bevor sie regelmäßige Autorin der »Berliner Zeitung« wurde, hatte die 1984 in Ost-Berlin geborene Balthus eine Kolumne in der »Welt«. Das ist insofern bemerkenswert, weil sie sich als politisch links verortet. Nach einer Auseinandersetzung über ein Zitat des Schweizer Journalisten Roger Schawinski, in dessen Talkrunde Balthus zu Gast war, wurde das Escort vor die Tür gesetzt. So viel zum Thema Linke und »Springer«.

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