Gerechtigkeit für Jayland Walker

Martin Ling über den institutionellen Rassismus der USA

Die friedlichen Proteste nach der Ermordung von Jayland Walker in Ohio wurden von Sondereinheiten der Polizei begleitet.
Die friedlichen Proteste nach der Ermordung von Jayland Walker in Ohio wurden von Sondereinheiten der Polizei begleitet.

Auch wenn die exakten Umstände noch geklärt werden müssen: Dutzende Polizeikugeln auf den 25-jährigen Jayland Walker – laut Polizeibehörde unbewaffnet während der Schießerei – legen den Verdacht mehr als nahe, dass hier der nächste Afro-Amerikaner von der Polizei ermordet wurde. Die veröffentlichten Videoaufnahmen lassen daran eigentlich keinen Zweifel: Ein zu Fuß Flüchtender wird von hinten erschossen.

In der afroamerikanischen Community wird Rassismus seit jeher als Erbe der Sklaverei begriffen. Damals wurde gelehrt, dass Afroamerikaner keine vollwertigen Menschen sind. Seitdem versteht sich die Polizei als Institution der Besatzung, deren Ziel es ist, die afroamerikanische Bevölkerung einzuschüchtern. US-Präsident Barack Obama konnte an diesem institutionellen Rassismus nichts ändern. Und die Bewegung Black Lives Matter wird Zeit brauchen. 

Dass der Mord an George Floyd 2020 wenigstens vor Gericht kam, war ein Fortschritt. Auch der Fall Walker und viele andere müssen vor Gericht. Denn historische Straflosigkeit begünstigt die Wiederholung – das gilt für Morde durch Polizisten wie für Kriegsverbrechen.

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