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Verbeamtung allein reicht nicht

Der Lehrerberuf muss wieder attraktiver gemacht werden, findet Rainer Rutz

Guter Rat ist teuer: Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) nach einer Sitzung des Berliner Senats
Guter Rat ist teuer: Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) nach einer Sitzung des Berliner Senats

An diesem Donnerstag ist es also so weit: Nach gut zwei Jahrzehnten werden in Berlin erstmals wieder neu eingestellte Lehrkräfte verbeamtet. Natürlich ist hierfür ein »Festakt« angesetzt. Kurz bevor sich die Landespolitik in die Sommerpause verabschiedet, können die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und ihre Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (beide SPD) so noch einmal glänzen: Seht her, wir haben im Wahlkampf gesagt, wir kehren zur Verbeamtung der Lehrkräfte zurück – und schon, nur sechs Monate nach Amtsantritt, läuft das Großprojekt auf Hochtouren! Für schöne Bilder ist gesorgt.

Am eigentlichen Problem dürfte sich dadurch alsbald nichts ändern. Der Lehrkräftemangel in Berlin ist erschreckend groß und dabei wird es bleiben, mindestens mittelfristig. Die Rückkehr zur Verbeamtung wird einen nicht unbedeutenden Teil der bereits in Berlin arbeitenden Lehrerinnen und Lehrer gewiss freuen. Dass der Schritt dafür sorgt, dass nun massenhaft zusätzliche Lehrkräfte in die Stadt strömen beziehungsweise der Nachwuchs sich davon abhalten lässt, nach einem hiesigen Lehramtsstudium das Weite zu suchen, darf bezweifelt werden.

Denn die Arbeit an Berlins Schulen ist allzu häufig vor allem eines: extrem kräftezehrend. Der hohe Anteil an Lehrkräften, die in Teilzeit arbeiten, kommt schließlich nicht von ungefähr. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat daher recht, wenn sie Bildungssenatorin Busse nun dringend auffordert, die Arbeitsbedingungen in den Schulen selbst zu verbessern. Dazu gehört eben zum Beispiel die Entlastung der Lehrkräfte von administrativem Ballast durch die Einstellung zusätzlichen nichtpädagogischen Schulpersonals. Pädagoginnen und Pädagogen (Mathematiklehrerinnen und -lehrer vielleicht ausgenommen) sind nun mal keine Fachkräfte für Buchhaltung. Und das ist, wie auch die GEW feststellt, tatsächlich nur eine von mehreren Stellschrauben, um den Arbeitsplatz Schule attraktiver zu machen.

Man muss Berlins Bildungssenatorin zugute halten, dass sie das Ausmaß des im kommenden Schuljahr zu erwartenden Lehrkräftemangels vor Kurzem erstmals transparent gemacht hat. Umso wichtiger ist es nun, die Ursachen hierfür zu bekämpfen. Mit schönen Bildern vom Verbeamtungsfestakt ist es definitiv nicht getan.

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