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Kriminalisierung von Aktivismus

Nachhaltigkeitsberater Jürgen Linsenmaier unterstellt der Klimabewegung Gewaltbereitschaft

  • Von Louisa Theresa Braun
  • Lesedauer: 2 Min.
Nachhaltigkeitsberater Jürgen Linsenmaier hält Straßenblockaden für Gewalt.
Nachhaltigkeitsberater Jürgen Linsenmaier hält Straßenblockaden für Gewalt.

Gewalt ist keine legitime Form des Protests, sondern kriminell, sagt Jürgen Linsenmaier, Nachhaltigkeitsberater und Gründer der Ethik Society. Dabei bezieht er sich indirekt auf die Aktionen der Klimagerechtigkeitsgruppe Aufstand der letzten Generation. Konkret kritisiert Linsenmaier Blockaden von Autobahnen oder Großereignissen wie der Tour de France, mit denen die Aktivist*innen der letzten Generation seit einem halben Jahr gegen Ölbohrungen in der Nordsee protestieren.

»Gewalt schadet der Sache der Nachhaltigkeit«, erklärt er. Tatsächlich war bei vielen der Proteste Gewalt zu erleben. Sie ging aber in der Regel nicht von den Aktivist*innen aus, im Gegenteil: Viele Videos zeigen, dass aggressive Autofahrer*innen auf die Blockierenden losgehen, sie schlagen oder über den Asphalt streifen. Trotzdem sind es nach Ansicht von Linsenmaier die Protestformen, die immer rücksichtsloser würden. »Man darf sich nicht wundern, wenn dann der Nachhaltigkeitsbewegung der Hass der normalen Bevölkerung entgegenschlägt«, meint er.

Jürgen Linsenmaier bezeichnet sich selbst als Experte für Nachhaltigkeit. »Es geht um ihre Wettbewerbsfähigkeit«, wirbt er auf seiner Webseite um Unternehmensaufträge für seine Expertise. Er hat auch Ratgeber verfasst, wie Firmen ihr Image verbessern können. Er nennt er sich auch einen »Reputationsexperten«. Außerdem ist er Initiator und Chefredakteur des Magazins »Wirtschaft & Ethik«. Seine Ethik Society ist ein Netzwerk für Geschäftsleute, um sich über Fragen der Nachhaltigkeit und Unternehmensethik auszutauschen.

Laut Linsenmaier gibt es viele gute Beispiele von nachhaltig wirtschaftenden Firmen. Nachhaltigkeit beruhe auf einer Zusammenarbeit von Aktivist*innen, Organisationen und Unternehmen und nicht auf einer Eskalation des Protests. »Das ist gesellschaftsfeindlich«, findet der Berater.

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