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Mali droht identisches Debakel

Schutz von Ortskräften ist nicht vorgesehen, sagt Daniel Lücking.

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
Bundeswehrsoldaten sichern den Flug der Außenministerin mit ihrer Delegation im Airbus A400M der Luftwaffe von Bamako nach Gao in Mali im April. Jetzt droht ein Abzug mit ähnlichen Foglen für Ortskräfte, wie in Afghanistan,.
Bundeswehrsoldaten sichern den Flug der Außenministerin mit ihrer Delegation im Airbus A400M der Luftwaffe von Bamako nach Gao in Mali im April. Jetzt droht ein Abzug mit ähnlichen Foglen für Ortskräfte, wie in Afghanistan,.

»Vorweg esoterische Kriterien festzustellen, ist für die Realität im Einsatz selten hilfreich«, gab im vergangenen September ein weiterhin amtierender Sprecher des Verteidigungsministeriums zynisch in der Bundespressekonferenz zu Protokoll, als Journalisten danach fragten, was aus dem Afghanistan-Debakel für den Umgang mit Ortskräften in anderen Ländern gelernt wurde. Offensichtlich nichts. Das galt im September 2021 wie auch jetzt, da der Mali-Einsatz der Bundesregierung auf ein ähnlich abruptes Ende zusteuert.

Hilfsorganisationen kämpfen weiter gegen die Folgen. Die Bundesregierung schuf in Auslandseinsätzen ein System aus scheinselbständigen Arbeitsverhältnissen, die sie in Deutschland nie dulden würde, und will den betroffenen Menschen keinen Schutz gewähren. Dass selbst ein Jahr danach auch Vertreter des Bundeswehrverbandes die Frage nach Zuständigkeiten für Ortskräfte stellen und offenbar keine klaren Antworten aus der Politik erhalten haben, bedeutet übersetzt, dass Verantwortungslosigkeit regiert. Das wird auch in Mali Menschenleben kosten und zeugt von einem Menschenbild wie in Zeiten des Kolonialismus.

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