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Im Lügennetz gefangen

Robert D. Meyer über Querdenken und die Justiz

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Querdenker*innen haben eine widersprüchliche Vorstellung davon, was einen Rechtsstaat ausmacht: Sie geben vor, diesen als letztes Bollwerk gegen die angeblich drohende Diktatur zu verteidigen, akzeptieren dessen Regeln aber nicht. Wenn einer ihrer führenden Köpfe Ärger mit der Justiz bekommt, dann steckt in der Wahrnehmung von Querdenk*innen dahinter politische Verfolgung, wenn nicht sogar eine Verschwörung von ganz oben. Ich deute mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Diese Sicht der Dinge wird teils nicht einmal erschüttert, wenn mögliche Opfer und der mutmaßliche Täter aus den gleichen Reihen stammen. Zu Wochenbeginn demonstrierten in Stuttgart 200 Menschen für die Freilassung des in Untersuchungshaft sitzenden Michael Ballweg. Er wird beschuldigt, für die Querdenken-Proteste gedachte Schenkungen in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Doch es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Der harte Querdenken-Kern steckt tief in seinem selbst gesponnenen Netz aus Verschwörungen und tief sitzendem Misstrauen gegenüber allem. Mit Fakten lassen sich solche Menschen nicht mehr erreichen.

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