Geschäftsmodell Frauenhass

Andrew Tate sammelt auf TikTok Millionen junge Fans mit misogynen Aussagen

Die meisten User*innen auf TikTok sind zwischen 10-19 Jahre alt. Viele davon also leicht beeinflussbare Kinder.
Die meisten User*innen auf TikTok sind zwischen 10-19 Jahre alt. Viele davon also leicht beeinflussbare Kinder.

Sein Beruf ist es, eine Menge Müll über Frauen im Internet zu erzählen: Sie können nicht Auto fahren, sind Eigentum von Männern, formbar und keine eigenständigen Wesen. Mit seinen Inhalten auf dem Social-Media-Kanal TikTok entpuppt sich Andrew Tate als König der toxischen Maskulinität. Und das Schlimme daran: Es funktioniert. Seine Videos werden millionenfach geklickt. Der britisch-amerikanische Influencer verdient sich mit seinen dubiosen, schlichtweg menschenverachtenden Aussagen eine goldene Nase. Nach eigenen Angaben ist er Multimillionär. Und nicht nur Frauen werden beleidigt, Tate äußert sich rassistisch, homo- und transphob oder schießt gegen Menschen mit Depressionen.

Lesen Sie auch: Sisyphusarbeit Online-Aktivismus – Der Kampf gegen menschenverachtende Falschheiten auf Social Media wird durch die Strukturen der Plattformen stark erschwert

Brandgefährlich ist außerdem, dass sich auf der Plattform TikTok hauptsächlich Minderjährige, also leicht beeinflussbare Kinder bewegen. Der ehemalige Kickboxer ist mit seinen Inhalten à la »Alpha Male« Teil der frauenfeindlichen Szene in den sozialen Medien, wo sich junge Männer radikalisieren. Im Kontext der #metoo-Debatte schrieb der 35-Jährige auf Twitter, dass Frauen, die sich selbst in eine Position bringen, in der sie vergewaltigt werden können, selbst eine gewisse Verantwortung dafür trügen. Twitter sperrte den User daraufhin.

Und auch offline bekommt Tate zu spüren, dass Fehlverhalten durchaus Konsequenzen haben kann: In England musste die Polizei einschreiten, nachdem er einen Journalisten angegriffen hatte; in seiner Wahlheimat Rumänien werden ihm Menschenhandel und Vergewaltigung vorgeworfen. Auf TikTok scheint es noch keine Konsequenzen zu geben. Die Plattform toleriere nach eigenen Angaben zwar keine hasserfüllten Ideologien und Verhaltensweisen. Aber außer der Ankündigung, dass seine Inhalte geprüft werden sollen, wurde gegen den Provokateur noch nichts unternommen.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal