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Die Zähmung der Haie
Vonovia & Co. nur die schärfsten Zähne zu ziehen, wird nicht reichen, meint Martin Höfig
Erst im Juni hatte Vonovia-Chef Rolf Buch gesagt, die Mieten müssten mit der Inflationsrate steigen. Er ruderte später zwar zurück, doch das Ansinnen war in der Welt und zeigte mal wieder, worum es den großen deutschen Immobilienkonzernen einzig geht: aus der menschlichen Existenzbedingung Wohnung so viel Profit wie nur möglich zu schlagen. Der Vorschlag des Bundesvorsitzenden der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, börsennotierte Wohnungskonzerne wie Vonovia und LEG teilweise zu verstaatlichen, ist daher als Ziel der Kontrolle solcher Machenschaften erst mal zu begrüßen. Der Wohnungsmarkt von morgen sähe dann für alle, die zur Miete wohnen, besser aus, ist sich Feiger sicher.
Man müsse »den ›Miethaien‹ zumindest die schärfsten Zähne ziehen«, sagte der IG BAU-Chef am Montag auch. Und dass ein Teileinstieg des Staates außerdem den Druck aus der Diskussion um die Enteignung großer Wohnungskonzerne nehmen würde. Dabei ist wohl nicht nur in Berlin die Mehrheit der Bevölkerung für die Enteignung – was eigentlich dafür spräche, den Druck zu erhöhen.
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