Katar abschalten

Alexander Ludewig über einen wirksamen Boykott der Fußball-WM

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.
Leider kein Clown: Boshaft verhöhnte Fifa-Präsident Gianni Infantino nicht nur Opfer und Leidtragende der WM in Katar.
Leider kein Clown: Boshaft verhöhnte Fifa-Präsident Gianni Infantino nicht nur Opfer und Leidtragende der WM in Katar.

Am Sonntag wurde die WM angepfiffen. Gründe, das Turnier abzulehnen, gibt es genug: die korrupte Vergabe, Tausende Tote auf Katars Baustellen, anhaltende Menschenrechtsverletzungen, grenzenlose Kommerzialisierung durch den Weltverband Fifa. Dessen Präsident Gianni Infantino lieferte mit einer skandalösen Pressekonferenz einen weiteren. Allen Ernstes behauptete er, niemand kümmere sich um die entrechteten Arbeitsmigranten – nur die Fifa. Und als er davon sprach, dass er sich an diesem Tag »schwul«, »behindert«, »afrikanisch« und »als Gastarbeiter« fühle, verhöhnte er Opfer und Leidtragende in boshafter Art.

Ein Boykott der WM ist noch möglich. Kein scheinheiliger von Politikern, die Wirtschaftsverträge und Waffenlieferungen mit Katar vereinbaren, von Sportlern aber Verzicht fordern. Wer abschaltet, wenn die Spiele angepfiffen werden, der sendet ein wirksames Signal. Mehr als 2,5 Milliarden Euro nimmt die Fifa mit der WM durch den Verkauf der Übertragungsrechte ein. Die Macht der Fernsehsender ist also groß. Wenn die Einschaltquoten niedrig und die Werbeblöcke damit weniger wert sind, wäre das ein Druckmittel, um die Fifa zu Verbesserungen zu zwingen.

Lesen Sie alle unsere Beiträge zur Fußball-WM in Katar unter: dasnd.de/katar

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