Saatgut für bessere Ernten

Im Senegal unterstützt Enda Pronat Kleinbauernfamilien

  • Stefanie Wurm, Weltfriedensdienst
  • Lesedauer: 2 Min.
Fairer Zugang zu Ressourcen für alle ist das Ziel im Senegal.
Fairer Zugang zu Ressourcen für alle ist das Ziel im Senegal.

Mamadou Dia hat es geschafft. Gemeinsam mit seiner Dorfgemeinschaft erntet der Kleinbauer aus Senegal endlich genug für sich und seine Familie. Er lebt in Lérabé im trockenen Norden Senegals. Hier prallen Klimakrise und der Kampf um Ressourcen heftig aufeinander.

Vielen Familien fehlt fruchtbares Land, das sie ausreichend bewässern und bewirtschaften können. Um Reis, Tomaten oder Zwiebeln zu ernten, müssen die Felder mithilfe von Kanälen und Dämmen bewässert werden. Außerdem muss gerecht geregelt sein, wer an welchen Stellen wie viel Wasser entnimmt.

Die Menschen im Dorf haben sich den Rat von Enda Pronat geholt. Die erfahrene Partnerorganisation des Weltfriedensdienstes unterstützt seit vielen Jahren bäuerliche Gemeinschaften. Enda Pronat organisiert Trainings im nachhaltigen Anbau, der hohe Erträge liefert, die Böden schützt und das verfügbare Wasser gerecht verteilt.

Damit die Lebensgrundlagen in den Händen der Menschen bleiben, organisiert Enda Pronat auch den Widerstand gegen Land- und Wasserraub. Außerdem macht die Organisation Druck auf die Politik, in lokale kleinbäuerliche Landwirtschaft zu investieren – denn das ist langfristig das effektivste Mittel, um Hunger und Armut erfolgreich zu bekämpfen.

Zehntausende Quadratmeter zusätzliches Land haben die kleinbäuerlichen Familien mit der fachkundigen Beratung von Enda Pronat erschlossen und bewässert. Anschließend haben sie die Flächen rund ums Dorf gerecht untereinander verteilt und den Wasserzugang fair organisiert. Das brachte den Durchbruch. »Heute haben wir so viel Anbaufläche, dass es für zwei große Ernten pro Jahr reicht«, freut sich Mamadou Dia. Die Familien können sich endlich aus eigener Kraft gesund ernähren.

Inzwischen haben die Menschen in Lérabé neue Pläne: Bis vor Kurzem mussten sie Saatgut auf den Märkten kaufen. In guter Qualität war solches nicht immer zu finden, und es ist auch teuer.

Jetzt wollen sie auf ökologisches Saatgut umsteigen und ihre Felder erweitern, um selbst Saatgut zu züchten. Das ist gut für Böden, Artenreichtum, Wasserhaushalt und Gesundheit: Sie sind weniger abhängig von der angebotenen Qualität und Verfügbarkeit von Saatgut und können zudem ihre Produktionskosten senken.

Unsere Beiträge zur aktuellen Soli-Aktion sind hier zu lesen: dasND.de/soli

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