USA-China: Reden bleibt Silber

Die beiden Großmächte wollen wieder mehr kommunizieren

Gefühlt alle paar Tage stellen sich die Beziehungen zwischen den USA und China etwas anders dar. An diesem Wochenende etwas weniger konfrontativ. Beim Besuch von Janet Yellen in Peking war viel von direkter Kommunikation und mehr Kooperation die Rede. Als US-Finanzministerin und Ex-Notenbankchefin weiß sie natürlich, dass die beiden größten Volkswirtschaften trotz in Teilen beinharter Konkurrenz eng miteinander verflochten sind und Finanzstabilität brauchen. Kein Zufall ist, dass Yellen wie auch die chinesische Seite ein gemeinsames Vorgehen gerade in Sachen Klimawandel eruieren. Dieser ist nicht nur eine gemeinsame Bedrohung, sondern auch zu einem der zentralen wirtschaftlichen und finanziellen Faktoren geworden.

Sollten die beiden größten CO2-Emittenten hier wieder an einem Strang ziehen, wäre das natürlich positiv, für die Klimapolitik und auch mit Blick auf die Weltlage. Doch die vulnerablen Länder im globalen Süden, für die es hier um existenzielle Fragen geht, könnten dadurch weiter an den Rand gedrängt werden. Natürlich wäre Schweigen zwischen den USA und China nicht Gold, aber Reden ist auch nicht mehr als Silber.

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