Die AfD noch stoppen

Zum scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg der Rechten

  • Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Es ist unerheblich, wer bei der Brandenburger Landtagswahl im September 2024 Spitzenkandidat der AfD sein wird. Ob nun Fraktionschef Hans-Christoph Berndt oder die Landesvorsitzende Birgit Bessin oder jemand anders – da ist die Partei immer für Überraschungen gut. Inhaltlich macht es kaum einen Unterschied, auch wenn zuletzt zu vernehmen war, Berndt steuere auf eine Regierungsbeteiligung zu und Bessin wolle lieber warten, bis die AfD noch stärker sei und keine Kompromisse machen müsse.

32 Prozent sind erschreckend. Noch erschreckender ist, dass 38 Prozent der Brandenburger schon kein Problem damit hätten, wenn die AfD im Bundesland an der Macht wäre. Es kümmert diese Leute nicht, dass der AfD-Landesverband mindestens ein rechtsextremer Verdachtsfall ist. Die Aufklärungsarbeit stößt hier an ihre Grenzen. Die Leute wählen die AfD zum Teil nicht etwa, obwohl sie rechtsextrem ist, sondern gerade deswegen. Dieser bitteren Wahrheit müssen wir uns stellen. Oder sie wählen die AfD aus Protest, weil sie es den anderen Parteien mal so richtig zeigen wollen – ohne Rücksicht darauf, welche Gefahr das für die Gesellschaft birgt. Die schöne Illusion, Deutschland habe aus seiner Geschichte gelernt und nun auf alle Zeit eine stabile Demokratie, muss zu den Akten gelegt werden.

Manch einer überlegt schon, wohin er ins Exil gehen könnte, wenn es ganz schlimm kommt. So abwegig ist dieser Gedanke leider gar nicht. Andere hoffen auf eine Wagenknecht-Partei, die das Ergebnis der AfD halbieren könnte. Diese Hoffnung hegen nicht unbedingt nur Menschen, die die Positionen der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht teilen. Zum Teil sehen sie einfach keinen anderen Ausweg mehr, den Aufstieg der AfD noch zu stoppen. Im Bundesmaßstab ist die AfD sehr weit von einer Mehrheit entfernt. Da ist sie in den Umfragen über 22 Prozent noch nicht hinausgekommen. Aber sich deswegen weiter in Sicherheit zu wiegen, wäre wirklich falsch.

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