Corona-Herbst: Politische Prägung

Karl Lauterbachs Warnungen ignorieren andere Gefahren

  • Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Immunologische Prägung ist der Schrecken vieler Infektiologen: Wird gegen den immer gleichen Erregers geimpft, erkennt die Immunabwehr leicht veränderte Varianten nicht als Bedrohung. Dies gilt als ein Grund für die vielen Durchbruchsinfektionen bei Sars-CoV-2. Insofern ist es richtig, wenn Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit Risikogruppen empfiehlt, den neuen Impfstoff zu nutzen. Auch ist dem SPD-Politiker zuzustimmen, wenn er unter anderem wegen Long-Covid warnt, Corona auf die leichte Schulter zu nehmen, und zur Maskennutzung in bestimmten Situationen rät.

Doch trotz Besonderheiten gibt es schon lange keinen Grund mehr, allein auf Covid-19 zu schielen. Die überlasteten Intensivstationen von Kinderkliniken wegen RSV im vergangenen Winter dürften Warnung genug gewesen sein. Zurecht nehmen die Wochenberichte der Behörden alle akuten Atemwegserkrankungen in den Blick. Influenza und RSV sind für bestimmte Risikogruppen eben auch kreuzgefährlich. Die gestiegene Impfskepsis ist hier ebenfalls ein großes Problem. Wir gehen auch wegen der politischen Prägung auf Corona schlecht vorbereitet in den Winter.

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