Alle nach Duisburg

Die hohen Mietquoten sind auch ein volkswirtschaftliches Problem

  • Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Das waren noch Zeiten, als einschlägige Finanzratgeber empfahlen, für die Warmmiete nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens auszugeben, und solche Wohnungen auch zu finden waren. In deutschen Metropolen geht heute schon ein Drittel des Durchschnittseinkommens für die Kaltmiete drauf, wie neue Studien zeigen, bestimmte Wohnlagen kratzen an der 40-Prozent-Marke. Familien mit geringeren Einkommen liegen entsprechend noch weit darüber. Da jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann, gehen die höheren Mietquoten zulasten anderer Ausgaben. Mit gesamtwirtschaftlichen Folgen: Die Kaufkraftschwäche breiter Bevölkerungsteile zieht in diesem Jahr das Bruttoinlandsprodukt mit ins Minus. Hier würden nur zwei Dinge helfen: Der Staat ergreift Maßnahmen, um die Mieten spürbar zu drücken; die Tarifpartner wie die öffentliche Hand sorgen für deutlich steigende Realeinkommen.

Da beides verweigert wird, ginge es auch marktkonform. Es gibt Städte, in denen deutlich weniger für die Miete draufgeht, in Duisburg 13 Prozent des Einkommens. Alle, die keine bezahlbare Wohnung finden: auf nach Duisburg!

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