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Veteranentag in Deutschland: Kriege verurteilen, nicht gedenken
Christian Klemm hält nichts von einem deutschen Gedenktag für Soldatinnen und Soldaten
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fällt die deutsche Politik in Muster zurück, die man aus der Systemkonfrontation vor 1989 kannte und irrtümlicherweise für überwunden hielt. Jetzt soll die Bundeswehr nicht mehr »verteidigungsbereit«, sondern »kriegstüchtig« werden, wünscht der Verteidigungsminister. Aufgerüstet wird sie dafür schon länger. Schließlich soll der neue alte Feind Russland daran gehindert werden, auch über die Oder zu kommen.
Doch auch an der Heimatfront bleibt die Ampel nicht untätig: Deutschland, einig Vaterland soll einen »Veteranentag« bekommen. Selbst die Union freut sich, »dass in der demokratischen Mitte Konsens besteht, die Leistungen unserer Soldatinnen und Soldaten angemessen zu würdigen«. Leistungen? Sind damit etwa der Krieg mit unzähligen zivilen Toten in Afghanistan gemeint? Oder der Nato-Krieg gegen Belgrad, der viele Serben aus Angst vor den Bomben in die Keller trieb? Ins Ausland wurden und werden »unsere Soldatinnen und Soldaten« immer dann geschickt, wenn es den geostrategischen oder wirtschaftlichen Interessen der Bundesrepublik nutzt. Diese Einsätze aber gehören nicht mit einem Feiertag geadelt, sondern verurteilt. Vielleicht sogar durch einen Gedenktag.
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