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Chile: Kommunistin der Herzen

Karol Cariola ist die erste kommunistische Parlamentspräsidentin in der Geschichte Chiles

  • Jürgen Vogt, Buenos Aires
  • Lesedauer: 2 Min.
Südamerika: Chile: Kommunistin der Herzen

Chiles Abgeordnetenhaus hat eine kommunistische Parlamentspräsidentin: Karol Cariola. Sie gewann am 11. März im zweiten Wahlgang mit 76 Stimmen gegen die rechtsgerichtete Oppositionskandidatin Joanna Pérez, die 75 Stimmen erhielt. Cariola ist die erste kommunistische Abgeordnete, die dieses Amt bekleidet.

Die 37-Jährige gehört zur politischen Generation des linken Präsidenten Gabriel Boric. Ihre Wahl ist nicht nur ein Triumph für die Partido Comunista (PC), sondern auch für die Regierungsallianz.

Cariolas Aufstieg in der PC begann 2007, als sie ins Zentralkomitee der Kommunistischen Jugend (JJCC) aufgenommen wurde. Im Jahr 2010 war sie zur Beauftragten für die Studierenden ernannt und ein Jahr später zur Generalsekretärin der JJCC gewählt worden. Als solche beteiligte sie sich an den großen Studierendenprotesten von 2011, deren führende Köpfe von damals sich heute wie das Who-is-Who in der Regierungsallianz lesen lässt, allen voran Präsident Gabriel Boric. Allen ist wie Cariola der Kampf gegen das neoliberale Modell, für das Chile Pate steht, ein Herzensanliegen.

Geboren und aufgewachsen in der Hauptstadt Santiago, war sie mit 16 Jahren Schülersprecherin am Liceo Tajamar und trat der Kommunistischen Jugend Chiles bei. Während ihres Studiums in der südlicheren Stadt Concepción war sie Mitglied der kommunistischen Organisationen an der Universität, wurde 2008 Vizepräsidentin der Studentenorganisation dieser Universität. Ein Jahr später stand sie als erste Frau an deren Spitze. 2010 machte sie ihren Abschluss in Geburtshilfe und Kinderheilkunde.

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