Lehrstelle statt Leerlauf

Negativer Trend bei der Ausbildung

In einer Lehrwerkstatt feilt eine Auszubildende an einem Werkstück.
In einer Lehrwerkstatt feilt eine Auszubildende an einem Werkstück.

Brandenburgs Betriebe können Schulabgängern ihre Berufswünsche in vielen Fällen erfüllen. So möchten 341 Mädchen Verkäuferin werden und 281 Jungs Verkäufer. 687 Lehrstellen gibt es für sie. Für 81 noch unversorgte Bewerber für Berufe der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik sind derzeit noch 155 Lehrstellen frei. Selbst in Nischen wie dem Musikinstrumentenbau ist Platz. Drei Interessenten sind noch unversorgt, aber auch drei Lehrstellen frei.

So ließe sich das beliebig fortsetzen. Und doch gibt es Schulabgänger, die bei 30 und mehr Bewerbungen für ihren Traumberuf erst zwei Einladungen zum Vorstellungsgespräch erhielten und denen dann leider abgesagt wurde – obwohl es insgesamt nicht genug Interessenten gibt und die Schulnoten anständig sind. Da lautet der Tipp der Arbeitsagentur: Nicht aufgeben, weitersuchen. Es wird noch klappen!

Sorgen bereitet aber der Trend, dass die Brandenburger Betriebe dieses Jahr für mehr Bewerber insgesamt weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen – zumal die Hauptstadt bereits unterversorgt ist und sich Berliner Jugendliche im Umland nach einer Lehrstelle umsehen, wie ihnen früher gebetsmühlenartig geraten wurde. Dass ausgerechnet in Cottbus fast jede zehnte Lehrstelle wegfiel, dürfte eigentlich nicht sein. Schließlich ist für das Lausitzer Revier ein Fachkräftemangel vorhergesagt. Wenn sich diese negative Tendenz fortsetzt, muss irgendwann die Politik einschreiten. Sollten in einem ersten Schritt Belohnungen nicht ausreichen, müsste in einem zweiten Schritt über Strafzahlungen für ausbildungsunwillige Betriebe nachgedacht werden.

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