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Heiß-Kalt-Geplänkel
Der Heizungsstreit ist wieder da, merkt Sarah Yolanda Koss
Die Debatte ums Heizen ist ein Dauerwitz. Das Ampel-Gerangel um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzte sich nun diesen Donnerstag im aktuellen Bundestag fort. Dort sorgen sich die Grünen um ihr Vermächtnis. Denn im Koalitionsvertrag steht, wie ein gewisser CSUler pöbelte, dass das Heizungsgesetz abgeschafft werden soll. Genauso ist darin aber die Überarbeitung des GEGs festgeschrieben – wie es das SPD-Klimaministerium einforderte – inklusive einer Fortsetzung der Sanierungs- und Heizungsförderung. Was nun, Reform oder Abschaffung?
Im Kern geht es der Union um die 65-Prozent-Marke. Diese sieht vor, dass jede neue Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Laut manchen Unionisten, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, entzieht das den Menschen die »Eigenverantwortung«. Selbst innerhalb der Partei stimmen dem aber längst nicht mehr alle zu. Schließlich fordert die Heizungsbranche – Hersteller wie Beschäftigte – vehement Planungsklarheit. Im ersten Halbjahr 2025 war die Wärmepumpe zudem die meistverkaufte Heiztechnologie. Die Union hat sich populistisch verrannt und ignoriert Klimavorgaben, die sie, zähneknirschend, einhalten muss.
Anstelle dieses Heiß-Kalt-Geplänkels könnte man aus den Fehlern der Ampel lernen und das GEG energiearmutsfest umgestalten. Das würde bedeuten, Renovierungskosten nicht mehr auf Mieter*innen umzulegen, den Fördersatz für wohlhabende Haushalte zu reduzieren und klarzustellen, dass sich Hersteller und Betreiber nicht übermäßig bereichern. Kurz: Es hieße, eine soziale Wärmewende zu ermöglichen.
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