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Schachvirus

Josef Resch ist Organisator und Direktor des WM-Schachduells Anand gegen Kramnik

  • Von Dagobert Kohlmeyer
  • Lesedauer: 2 Min.
Personalie: Schachvirus

»Ich hab den Schachvirus in mir. Deshalb richte ich die Weltmeisterschaft aus.« So erklärt es Josef Resch, der dieser Tage auch als Matchdirektor des Kampfes um die Schachkrone zwischen Viswanathan Anand und Wladimir Kramnik in Bonn fungiert. Der 51-jährige russisch-deutsche Geschäftsmann stammt aus Pokrowskoje, einem Dorf bei Tjumen in Westsibirien. »Dort wurde auch Rasputin geboren«, sagt er nicht ohne Stolz. Seit 1974 lebt der diplomierte Betriebswirt in Deutschland.

Resch verdient sein Geld eigentlich in der Metallbranche. Aber aus Liebe zum königlichen Spiel wurde er auch Schachpromoter. 2006 erwarb er sich dabei die ersten Meriten. Er hatte, ebenfalls in Bonn, ein Duell seines Freundes Kramnik gegen das Computerprogramm Deep Fritz organisiert. Interesse und Medienecho waren enorm. »Wir hatten das wohl gut gemacht, obwohl wir eigentlich wenig Erfahrung besaßen«, meint er. Um aus dem mehr hobbymäßigen, das heißt vor allem eigenfinanzierten, in den professionellen Bereich zu kommen, gründete er die Universal Event Promotion (UEP) – und nahm ein wirklich ganz großes Ziel ins Visier: das WM-Duell 2008. Reschs Schachvirus sprang dabei sogar auf wirklich potente Geldgeber über. Evonik Industries (Essen) und Gazprom sichern den größten Teil der Börse von 1,5 Millionen Euro.

Reschs Schachkonzept ist auf Zukunft angelegt. Er spricht von einem gehobenem Gesamtpaket. Dazu gehören, wie derzeit in der Bonner Kunsthalle, Live-Kommentare renommierter Großmeister (darunter auch ND-Kommentator Klaus Bischof) für alle Besucher sowie eine VIP-Lounge. Ein spezielles Übertragungssystem im Internet sorgt weltweit für ein einzigartiges Miterleben. Für zehn Euro pro Spieltag sehen Schachfans die Züge in Echtzeit sowie per Videokamera jede Regung der Kontrahenten am Brett und können mit den Kommentatoren chatten (www.foidoschess.tv).

Resch will mit seiner UEP nicht nur große Schachturniere organisieren, sondern auch Talente fördern, Spieler managen, Schachartikel und -bücher vertreiben. »Entscheidend für das öffentliche Bild unseres Spiels sind aber solche Events wie dieses Duell um die Weltkrone«, ist er sich sicher.

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