Druck auf Sarrazin wächst

Bundesbank legt ihm Rücktritt nahe

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Frankfurt am Main (AFP/ND). Nach seinen abfälligen Äußerungen über Einwanderer gerät Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (Foto: dpa) zunehmend unter Druck. Bundesbankpräsident Axel Weber legte ihm am Wochenende indirekt den Rücktritt nahe. Weber kritisierte am Sonnabend am Rande eines Jahrestreffens des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Istanbul den »Reputationsschaden«, der der Bank entstanden sei. Wer gegen den Verhaltenskodex des Instituts verstoße, müsse »mit sich selbst ins Gericht gehen«, setzte er den Angaben zufolge hinzu. Beobachter werteten die Aussagen Webers als für Bundesbank-Verhältnisse außergewöhnlich scharf. Die Bundesbankgewerkschaft unterstützte die Stoßrichtung Webers. Sarrazin sei als Mitglied des Vorstandes »nicht mehr tragbar«.

Sarrazin hatte sich in einem Interview abfällig über türkische und arabische Migranten geäußert. Nach heftiger Kritik hatte er erklärt, nicht jede Formulierung sei »gelungen« gewesen und sich entschuldigt. Bundesbank-Chef Weber soll den umstrittenen Text für »Lettre International« schon vor der Veröffentlichung gekannt und Sarrazin vergebens um Änderungen gebeten haben. Seite 11

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