Oskar-Alarm

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

Teile der deutschen Politik standen gestern unter Oskar-Alarm. Zumindest aber Rheinsberg und Saarbrücken. Denn sowohl am Tagungsort der Bundestags-Linksfraktion als auch in der saarländischen Landeshauptstadt war die Nachricht ein Paukenschlag: Oskar Lafontaine verzichtet auf den Fraktionsvorsitz in Berlin. Freunde wie Gegner waren gleichermaßen perplex.

Man kann viel spekulieren über Lafontaines Gründe; man kann ihn aber auch beim Wort nehmen. Ganz gewiss trägt er mit seiner Entscheidung einer Stimmung in der Linkspartei Rechnung, die mehr Frauen und eine Verjüngung in der Parteispitze wünscht. Bis zur Bundestagswahl 2013 ist Zeit, neues Führungspersonal aufzubauen – mit einer Doppelspitze in Partei und Fraktion.

Lafontaine als Fraktionschef in Saarbrücken – das kann zum Gelingen eines linken Regierungsbündnisses beitragen oder, falls die Saar-Grünen anders entscheiden, zumindest ein Katalysator für die Entwicklung der LINKEN im Westen werden. Lafontaine auch als künftiger Parteichef – das wird eine entscheidende Größe in der demnächst einsetzenden Programmdebatte der Partei sein. Dass er als Landespolitiker ein starker Bundesvorsitzender sein kann, hat er schon bewiesen. Und manchem führenden Sozialdemokraten kommt nun ein Stück persönliches Feindbild abhanden. Auch das womöglich ein Schachzug mit Blick auf 2013.

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