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Knallhart

Daniel Akerson soll die Leitung des US-Autobauers General Motors übernehmen

Führungswechsel beim amerikanischen Autobauer General Motors: Wie am Donnerstag bekannt wurde, soll das bisherige Verwaltungsratsmitglied Daniel Akerson am 1. September das Steuer bei GM übernehmen. Der 61-Jährige löst damit Ed Whitacre ab, der nach nur sechs Monaten im Amt das Handtuch wirft. Über die Motive für den vorzeitigen Abgang von »Big Ed« wird noch spekuliert: Am Konzernergebnis kann es nicht liegen. GM erwirtschaftet mittlerweile wieder Gewinne.

Noch im vergangenen Jahr musste die Washingtoner Regierung einspringen, um GM vor dem Aus zu retten. Mehr als 50 Milliarden Dollar ließ sich der Staat sein Engagement bei General Motors kosten. Dafür gehören ihm nun mehr als 60 Prozent des Autobauers. Zu den wichtigsten Aufgaben des neuen Chefs zählt deshalb die Reprivatisierung. Spätestens Ende November soll der Börsengang erfolgen.

Derweil beobachtet man hierzulande die Vorgänge in der GM-Konzernzentrale äußerst aufmerksam. Schließlich gehört der Rüsselsheimer Autobauer Opel zum Konglomerat des US-Konzerns. Klaus Franz, der Chef des Opel-Gesamtbetriebsrats, gab sich am Freitag gelassen: Daniel Akerson habe als Mitglied des GM-Verwaltungsrates alle Entscheidungen mitgetragen, die mit der Restrukturierung von Opel in Zusammenhang stehen. Akute Gefahr für Opel besteht demnach nicht. Dabei schreibt Opel tiefrote Zahlen. Die beiden europäischen GM-Töchter Opel und Vauxhall machten im ersten Halbjahr 637 Millionen Euro Verlust.

Zudem gilt Akerson als knallharter Sanierer. Immerhin leitete der überzeugte Republikaner bislang den Investmentfonds Carlyle. Die 44 Milliarden Dollar schwere Heuschrecke Carlyle ist berüchtigt für ihr rücksichtsloses Geschäftsgebaren und ihre engen Beziehungen zur Politik. Kein Wunder, dass Akerson, Absolvent der US-Naval Academy, beste Kontakte nach Washington pflegt. So wurde er im Jahre 2009 auf Wunsch des US-Finanzministeriums in den GM-Verwaltungsrat berufen. Akerson soll dafür Sorge tragen, dass die Regierung ihre Milliarden-Investitionen wiedersieht. Ob er dabei Rücksicht auf die europäischen GM-Töchter nimmt, bleibt abzuwarten.

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