Bühnenfrei

  • Von Oliver Händler
  • Lesedauer: 1 Min.

Eine Rad-WM auszutragen ist kein Zuckerschlecken mehr. Ständig muss man sich mit Dopingnörglern rumschlagen. Da wollten die Organisatoren der diesjährigen Weltmeisterschaften in Australien in die Offensive gehen und unterstützten vollmundig eine geplante Anti-Doping-Konferenz an der Universität des Austragungsorts Geelong an den beiden Tagen vor dem WM-Start am 29. September. Leider hatten sie nicht so genau auf die Gästeliste geschaut, denn auch der US-amerikanische Dopingsünder Floyd Landis soll kommen. Das passte den WM-Veranstaltern dann doch nicht. Unterstützung zurückgezogen.

Landis hatte schwere Doping-Vorwürfe vor allem gegen Lance Armstrong erhoben. Man wolle ihm keine Bühne für seine Tiraden bieten, begründete der WM-Sprecher den Rückzug.

Auch wenn Landis nicht immer die Wahrheit gesagt hat und obendrein ein Buch verkaufen will, ist lange nicht sicher, dass seine Aussagen nichts als Tiraden seien. Wer die Radsportszene in den vergangenen Jahr(zehnt)en beobachtet hat, glaubt vieles von dem, was Landis so erzählt. Und nun gibt es für die WM-Macher auch keine Bühne mehr für die eigenen Anti-Doping-Bemühungen. Vielmehr sehen sie jetzt so aus, als scheuten sie den Disput.

Landis kommt wohl trotzdem. Das konnte man also auch nicht verhindern.

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