Die Leute kommen jetzt nur wegen uns ins Stadion

Jennifer Zietz und Fatmire Bajramaj von Turbine Potsdam freuen sich auf das heutige DFB-Pokalfinale gegen Frankfurt

  • Lesedauer: 3 Min.
Heute treffen mit Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt die beiden besten Mannschaften der Saison im DFB-Pokalfinale aufeinander. Nach der Premiere im vergangenen Jahr, als die Frauen ein eigenes Endspiel mit festem Austragungsort bekamen, ist es für beide Teams die erste Reise nach Köln. Vor dem »Traumfinale« sprach ALEXANDER LUDEWIG für ND mit Potsdams FATMIRE BAJRAMAJ (22) und JENNIFER ZIETZ (27).
Stützen von Turbine: Fatmire Bajramaj (l.) und Jennifer Zietz Fotos: dpa
Stützen von Turbine: Fatmire Bajramaj (l.) und Jennifer Zietz Fotos: dpa

ND: Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie ans Pokalfinale denken?

Bajramaj: Eine super Kulisse, und dass wir diesen Pokal zum Schluss in den Händen halten werden.

Zietz: Berlin, das Pokalfinale war für mich immer Berlin. Köln ist für beide Teams eine neue Erfahrung. Mal sehen, was so passiert und wie es drumherum ist.

Wie beurteilen Sie die Trennung vom Endspiel der Männer?

Zietz: Für den Frauenfußball ist es ein Schritt nach vorn. Allerdings war Berlin für uns immer ein Heimspiel und hatte Tradition.

Bajramaj: Jetzt wissen wir, die Leute kommen nur wegen uns.

Das Finale ist immer ein besonderes Spiel. Sind Sie auch besonders aufgeregt?

Zietz: Ich würde es als positive Anspannung beschreiben.

Bajramaj: Ich bin schon aufgeregt, es wird ja nur noch darüber gesprochen. Und ganz besonders ist diesmal, dass der Meister gegen den Zweiten spielt und viele Nationalspielerinnen dabei sind. Es ist auf jeden Fall ein Traumfinale.

Ihr Trainer Bernd Schröder hat gesagt, Frankfurt war in der Saison die stärkste Mannschaft. Sehen Sie das ähnlich?

Zietz: Es stehen auf jeden Fall die beiden besten Teams im Finale. Frankfurt hat eine sehr starke Offensive und mehr Konstanz als wir gezeigt. Wir haben einige Spiele auch mit etwas Glück gewonnen.

Bajramaj: Frankfurt ist zumindest besser als im letzten Jahr und eine spielstarke Mannschaft.

Und wer wird gewinnen?

Bajramaj: Wir, ich bin mir sicher.

Zietz: Ich denke, die Chancen stehen 50:50. Es wird darauf ankommen, wer besser in die Partie findet und sein Spiel dann durchsetzen kann.

Wo ordnen Sie den Pokal zwischen Meisterschaft und Champions League ein? Welchen Stellenwert hat der Titel?

Zietz: Am wichtigsten ist die Meisterschaft, um auch in der nächsten Saison in der Champions League zu spielen. Die internationale Bühne ist für den Verein sehr wichtig. Aber wenn man im Pokalfinale steht, will man auch den Titel.

Bajramaj: Ich sehe den DFB-Pokal auf einem Level mit der Meisterschaft. Die Champions League ist noch eine Stufe höher.

Wie oft standen Sie bisher schon im Pokalfinale?

Bajramaj: Zweimal mit Duisburg.

Zietz: Viermal und immer mit Turbine.

Und wie oft haben Sie dabei den Pokal geholt?

Zietz: Zwischen 2004 und 2006 dreimal hintereinander.

Bajramaj: Nur einmal, aber da darf ich hier nicht drüber reden.

Warum das?

Bajramaj: Das haben mir die Mädels verboten, weil ich 2009 mit Duisburg 7:0 gegen Turbine gewonnen habe und auch noch ein Tor geschossen habe.

Dann ist ja heute die beste Möglichkeit, das wieder gutzumachen.

Bajramaj: Das ist natürlich mein Wunsch. Wenn mir das gelingt, würde ich mich sehr freuen.

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