Afrika-Union fordert Ende der Angriffe
Vorwurf: NATO-Einsatz verschärft Lage in Libyen
Addis Abeba/Rom (Agenturen/ ND). Die Afrikanische Union (AU) hat ein Ende der Angriffe auf libysche Regierungsvertreter und die zivile Infrastruktur des Landes gefordert. Alle Beteiligten sollten weitere Militäreinsätze gegen Mitglieder der libyschen Führung und die »sozio-ökonomische Infrastruktur« Libyens unterlassen, forderte der AU-Friedens- und Sicherheitsrat am Mittwoch in einer Erklärung. Diese würden die Lage verschlechtern und einen internationalen Konsens über das weitere Vorgehen in Libyen gefährden. Mit der Erklärung reagiert die AU auf einen NATO-Luftangriff auf das Büro des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi in Tripolis. Das Gebäude wurde beim Angriff am Montag vollständig zerstört.
Die angekündigte Beteiligung italienischer Kampfflugzeuge an den Luftangriffen in Libyen hat zu einem heftigen Krach in Silvio Berlusconis Regierungskoalition geführt. Er sei gegen diese Entscheidung des Ministerpräsidenten, »mit der wir eine französische Kolonie geworden sind«, erklärte der Chef der rechten Lega Nord, Umberto Bossi. Wie italienische Medien am Mittwoch berichteten, wirft Bossi dem Koalitionspartner vor, einer Pariser Forderung nachgekommen zu sein. Das italienische Engagement werde schwerste Folgen haben und vor allem neue Flüchtlingsströme nach sich ziehen, kritisierte Bossi.
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