Medaillen sind nur zweitrangig

Bei Kanu-WM denken alle schon an Olympia

  • Von Christian Kunz, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

WM-Medaillen sind längst nicht alles. Ein Jahr vor den Sommerspielen sollen Deutschlands Kanuten bei den Weltmeisterschaften die Olympiaquotenplätze sichern, damit in London ihre schier unendliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann. »Die Quotenplätze sind schon wichtiger in diesem Jahr. Da nehme ich hier und da auch eine Medaille weniger in Kauf«, sagte Chef-Bundestrainer Reiner Kießler. »Aber wir werden wie immer versuchen, unsere sieben Medaillen in den olympischen Disziplinen zu erreichen.«

Insgesamt 28 Athleten schickt der Deutsche Kanu-Verband (DKV) ab heute bis Sonntag in die Titelkämpfe in Szeged. 16 von ihnen nehmen den Kampf um die begehrten Olympiastartplätze auf. Dazu ist in allen Bootsklassen mindestens Platz sechs nötig, in manchen reicht sogar noch Rang zehn. »Olympia ist schon nahe, vor allem wenn es jetzt um die Quotenplätze geht. In 14 Tagen fahren wir zum Testevent nach London, es geht mit Riesenschritten auf Olympia zu«, sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl.

»Wir wollen in Szeged erst mal das Maximum an Quotenplätzen und dann wäre es schön, den Zielvereinbarungen mit dem DOSB sehr nahe zu kommen.« Das würde bedeuten, in London sieben Medaillen, darunter drei goldene, zu holen. Wer als DKV-Kanute schon in Szeged erfolgreich ist, tut nicht nur etwas für den Verband, sondern auch für sich. Denn er oder sie darf auf einen Bonus für die Olympiaausscheidung bauen.

In der Kanu-Hochburg Ungarn, wo zehntausende Zuschauer bei den Wettkämpfen für Fußballatmosphäre sorgen, sollen mit Blick auf die Olympiaplätze einige Leistungsträger doppelt ran: die Olympiasieger Ronald Rauhe und Nicole Reinhardt, Kajak-Weltmeister Max Hoff und Canadier-Europameister Sebastian Brendel. »Das Hauptziel sind die Quotenplätze. Aber wenn ich sage, ich bin zufrieden, wenn ich nur 'nen Platz hole, dann glaubt mir das keiner und ich selbst mir auch nicht«, sagte Hoff. »Eine Medaille wird im Einer und im Vierer drin sein.«

Hoff hat über 1000 Meter Chancen auf das dritte Gold in Serie. Nicole Reinhardt würde gerne wieder ganz oben auf das Treppchen im Kajak-Einer. »Es ist verdammt hart: Vom Zwischenlauf raus bis Platz eins ist alles drin«, sagte die 25-Jährige. Auch Sprinter Ronny Rauhe würde seine WM-Titelzahl gerne hochschrauben, derzeit stehen 13 zu Buche.

Für das nächste Jahr würde eine Altbekannte das starke Feld gerne verstärken: Die deutsche Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer hat ihre Rückkehr in den Leistungssport angekündigt. In Szeged ist sie nur als Zuschauerin am Start.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung