Wirtschaft beklagt sich über Bewerber

Berlin (dpa/nd). Nach Schätzung der deutschen Wirtschaft konnten im vergangenem Jahr rund 75 000 Ausbildungsplätze mangels geeigneter Bewerber nicht besetzt werden. Betroffen davon sind vor allem die Gastronomie und das Hotelgewerbe, aber auch traditionelle Handwerksberufe wie Fleischer, Bäcker und Klempner. Angesichts weiter rückläufiger Schulabgängerzahlen erhalten dadurch auch lernschwächere Jugendliche eine Vermittlungschance, sagte der Staatssekretär aus dem Bundesarbeitsministerium, Gerd Hoofe, am Mittwoch in Berlin.

Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, sieht in den vielen freien Stellen jedoch ein hausgemachtes Problem. »Viele Branchen, die lautstark über fehlende Auszubildende klagen, haben oft inakzeptable Ausbildungsbedingungen. Viele Betriebe sind einfach nicht ausbildungsreif: Sie bieten nur eine niedrige Vergütung. Viele Überstunden und unregelmäßige Arbeitszeiten sind normal« so Sehrbrock. »Wenn Betriebe für Bewerber attraktiv sein wollen, müssen sie ihren Azubis bessere Chancen geben, das heißt, sie sollten die Qualität der Ausbildung verbessern, mehr Azubis übernehmen und sie besser bezahlen.« Kommentar Seite 4

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