Marktplus bei klassischer Musik

  • Von Gabriele Günter
  • Lesedauer: 1 Min.

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK hat für 2011 einen stark gestiegenen Umsatz beim Kartenverkauf für klassische Konzerte, für Opern und Operetten gemeldet.

Musik ist eine Art, allen Ausdruck von Mut zu versammeln und nach dem Hören - nach der Wahrnehmung sämtlicher wilder Schwünge oder abgrundtiefer Melancholien oder heiterster Klanghüpfereien - zu wissen, zu fühlen: Anmut ist von allem der größte vorstellbare Mut.

So gesehen, ist das Hören klassischer Musik nicht Weltflucht, nicht Tempeldienst, sondern schönster Widerstand. Gegen die Unmusikalität dessen, was auf der Welt den Ton angibt, gegen die Order, nach wessen Pfeife getanzt werden soll.

Ein Anstieg des Bedürfnisses, Konzerte, Musiktheater zu erleben, ist aktiver Dienst daran, sich einem Elend zu widersetzen. Es ist jenes Elend, das eintritt, wenn Musik endet. Das Werk, der Tasten etwa, der Saiten, wird so sehr benötigt - damit irgendwann, wie es Reiner Kunze in einem seiner schönsten Gedichte beschrieb, eine Saite in uns nicht reißt. Es gibt Marktzahlen, die gut tun.

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