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Der Handball-Gigant vor einer Ungewissen Zukunft

Frank-Michael Wahl überwindet ein weiteres Mal die Abwehr der sowjetischen Auswahl und hatte mit seinen Treffern wesentlichen Anteil am 21:19-Erfolg der deutschen Mannschaft Telefoto: dpa/Pfeiffer

Flensburg (sid/ND). Ein letztes, ein allerletztes Mal war es noch wie früher. Die offizielle Hymne, die rote Fahne mit Hammer und Sichel, das CCCP auf den Trikots eine Handball-Weltmacht, bis Samstag nachmittag als UdSSR bekannt, hatte in Flensburg ihren letzten Auftritt.

„Dieser Schlußstrich war notwendig“, sagte Trainer Spartak Mironowitsch. Der Coach trauerte den Insignien der alten Sowjetmacht nicht hinterher: „In der Hymne war von der unzerstörbaren Sowjetunion die Rede, welch' ein Hohn angesichts der aktuellen Lage.“ Unzerstörbar, dies machte die 19:21 (7:13)-Niederlage des Mironowitsch-Teams gegen die deutsche Nationalmannschaft deutlich, ist aber auch die Auswahl des Olympiasiegers und WM-Zweiten längst nicht mehr. „Bezogen auf den Sport gibt es zwischen den einzelnen Republiken eigentlich keine Probleme, deshalb bin ich zuversichtlich, daß die Mannschaft bis Barcelona zusammenhalten kann“, sagte Mironowitsch, der in Flensburg und auch am Sonntag in Wismar auf vier in Spanien beschäftigte „Legionäre“ und auf den verletzten Superstar Alexander Tutschkin von TuSEM Essen verzichten mußte.

Die deutsche Mannschaft beschloß das vorolympische Jahr mit einem 29:24 (17:12)-Erfolg in Wismar. Vor 1 200 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle trat die Auswahl der nicht mehr existierenden Sowjetunion erstmals unter der Bezeichnung Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) an, auf Hymnen und Fahnen wurde auf beiden Seiten aufgrund der neuen politischen Lage verzichtet.

Wie schon am Vortag in Flensburg erwischten die Deutschen einen guten Start und bauten diese Führung langsam, aber kontinuierlich aus.

Der Gastgeber setzte in beiden Spielen ein: Thiel, Krieter - Wahl (6), Hauck (2), Fraatz (11), Hein (1), Roos (9), Petersen (4), Klemm (2), Zerbe(lO), Ochel, Schneider (2), Quarti (3).

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