Halles freundliche Polizei

  • Lesedauer: 1 Min.

Die „Revolution Bustour“ in Halle begann mit einer Demonstration vor dem Lager. Zu unserer Überraschung und Ermunterung teilte uns die Polizei mit, dass wir problemlos unsere Demonstration fortsetzen und sogar mit den Flüchtlingen im Lager reden könnten. Sie sagten uns, sie hätten bereits aus Halberstadt von uns gehört. Wir haben uns wirklich gefreut über die Art, wie die Polizei auf uns reagiert hat. Dies gab uns noch mehr Zuversicht, dass wir die Demonstration sicher und erfolgreich ausführen könnten. Wir hoffen, dass dies so bleibt.

Wir gingen also in das Lager und redeten mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern, unter ihnen eine syrische Frau mit vier Kindern. Sie erzählte uns, dass ihr Ehemann sich in einem anderen Lager aufhalte, sie aber aufgrund der Residenzpflicht nicht das Recht habe, ihn zu besuchen. Trotz dieser Probleme, verbreitete sie unsere Botschaft mit uns. Sie schloss sich unserer Demonstration an. Danach wurden wir vom Verein Kellerstraße eingeladen. Sie gaben uns Schlafplätze und Essen. Heute geht‘s weiter nach Bitterfeld.

Protesttour der Flüchtlinge
 

Was ist hier los?

Seit dem 26. Februar ist eine Gruppe Flüchtlinge auf Protesttour durchs Land. Täglich steuern sie ein Flüchtlingsheim in einer deutschen Stadt an, um dort gemeinsam mit dem Heimbewohnern gegen die deutsche Asylgesetzgebung zu protestieren.

Wo liegt das Problem?

Schon seit langem fordern Flüchtlinge und ihre Unterstützer ein humaneres Asylrecht in Deutschland. Die meisten Asylsuchenden sind in Deutschland in Heimen untergebracht, wo sie oft jahrelang mit fremden Personen auf engstem Raum leben müssen. Durch die Residenzpflicht machen sie sich strafbar, wenn sie ihre Stadt oder ihren Landkreis verlassen. Durch das Arbeitsverbot sind sie ständig von fremder Hilfe abhängig. Weitere Kritikpunkte sind: die niedrige Anerkennungsquote gegenüber Asylsuchenden, die Abschottungspolitik der Europäischen Union sowie Fremdenfeindlichkeit und Alltagsrassismus.

Wohin geht die Fahrt?

Die Reise der Flüchtlinge begann am 26. Februar in Berlin und endet dort am 20. März auch wieder. In der Zwischenzeit machen die Flüchtlinge in folgenden Städten Station:
26.2. Halberstadt, 27.2. Halle, 28.2. Bitterfeld, 1.3. Leipzig, 2.3. München, 3. & 4.3. Passau, 5.3. Augsburg, 6.3. Mindelheim, 7.3. Stuttgart, 8.3. Karlsruhe, 9.3. Frankfurt, 10.3. Köln, 11.3. Düsseldorf, 12.3. Bramsche, 13.3. Hannover, 14.3. Bremen, 15.3. Oldenburg, 16.3. Hamburg, 17.3. Horst, 18.3. Neumünster, 19.3. Rostock

Weitere Infos?

Den Start der Tour hat »nd«-Redakteur Robert D. Meyer begleitet: Neustart für Asylprotest

Darüber, warum Behörden einen der Protagonisten der Proteste nun abschieben wollen, hat Ines Wallrodt geschrieben.

 

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal